Demis Volpi «Giselle»

Duisburg

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Bevor sich der Vorhang öffnet, treten zwei Paare zum Schlussapplaus heraus – Signal für: Achtung, hier wird gleich seitenverkehrt gespielt. In der Tat zäumt Demis Volpi seine am Düsseldorfer Opernhaus uraufgeführte «Giselle«-Version zeitlich von hinten auf. Die Ausgangsposition ist ein xbeliebiges Theater, an dem gerade eine x-beliebige Inszenierung des Klassikers zu Ende gegangen ist.

Was sich im Bühnenbild leider auf die allersimpelste Weise widerspiegelt: Fachwerkhütte links, Holzbänkchen rechts – ein Setting, das sich wahlweise als traditionell oder einfallslos klassifizieren lässt.

Dabei tritt der Direktor des Ballett am Rhein mit dem Vorsatz an, die Tradition zu durchkreuzen, findet er doch – so das Programmheft – den Zuschnitt des Originals von 1841 nicht mehr zeitgemäß. Weshalb er eine queer und polyamourös gefärbte Interpretation entworfen und sie mit feministischen Applikationen – Anleihen bei Virginia Woolf und Ingeborg Bachmann – versehen hat. Was im zweiten Akt funktioniert, im ersten aber danebengeht.

Wir sehen zunächst die Abräumprozesse nach Ende der Aufführung: Bühnenarbeiter schaffen Ordnung, Garderobieren fahren Kleiderstangen umher, die Tänzerinnen ...

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Tanz August-September 2023
Rubrik: Kalender, Seite 43
von Dorion Weickmann

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