Davids Finale
Sommer 2025: In dieser Nacht, 21 Tage vor dem Ende seiner Karriere, hilft Tee nicht mehr. Es ist schon nach Mitternacht, als David Valencia die angebrochene Flasche Rosé aus dem Kühlschrank holt. Er trinkt den Wein aus und legt sich wieder ins Bett. Doch der Schlaf kommt nicht. David hat Panik. Am nächsten Morgen soll er das letzte Solo seiner Ballettkarriere proben. Er tanzt seit 30 Jahren und ist trotzdem nervös, denn dieses Solo ist nicht einfach der Endpunkt, sondern der krönende Abschluss seines Tänzerlebens. Der Choreograf ist eine lebende Legende, das Musikstück weltberühmt.
Diese Superlative, sagt David, machen den letzten Tanz zu seinem wichtigsten. Erst kurz vor Tagesanbruch schläft er ein.
David Valencia hat alles fürs Tanzen gegeben. Jetzt, mit 38 Jahren, geht er in Rente. Die Zeit ist reif. Er ist der älteste Tänzer der Ballettcompagnie am Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz. Er ist kein Star der Szene, aber er konnte vom Tanzen leben. Was nicht vielen gelingt: David schätzt, dass nur ein Drittel derer, die eine professionelle Ballettausbildung durchlaufen, das Tanzen langfristig zu ihrem Beruf machen. «Diese Karriere ist extrem selektiv», sagt er, auf Englisch, ...
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Tanz August/September 2026
Rubrik: Menschen, Seite 22
von Franziska Wessel
Madonna Louise Ciccone: Geboren am 16. August 1958, streng katholische Kindheit, klassische Ballettausbildung, dann ein Weltstar, derzeit mit dem Album «Confessions II» in den Schlagzeilen. Ea Torrado: Geboren am 16. August 1985, streng katholische Kindheit, klassische Ballettausbildung. Noch kein Weltstar, aber eine interessante Position in der internationalen...
Die Verbindung zwischen der Pariser Opéra und Los Angeles besteht weiter. Einst kam von dort mit Benjamin Millepied ein kurzlebiger Directeur de la Danse, und der heutige, José Martínez, hat in den USA mit Micaela Taylor (tanz 4/24) eine junge Choreografin ausfindig gemacht, deren Background im urbanen Tanz liegt, die aber einen eigenen Stil geprägt hat: fließend...
So. Das war dann also die erste Ausgabe der «Tanztriennale Hamburg», jenes einwöchigen, groß mit Bundesmitteln geförderten Festivals, bei dem nicht nur wir uns fragten (tanz 6/26), was denn eigentlich das Ziel des Ganzen sei, jenseits von möglichst hochkarätigen Tanzgastspielen in der Hansestadt. Eine Antwort auf diese Frage gab Amelie Deuflhard, als Intendantin...
