Das TV braucht ein Volksballett

Aber wozu? Ideen aus dem Gestern, Heute, und wohl auch Morgen.

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Irene Mann ist schon neun Jahre tot. Bill Milié, gleicher Jahrgang, 1929, starb zuvor an den Folgen von Aids. Jimmie James, Co-Leiter des Theaters in Cronenberg, choreografiert zwischendrin Pferdeshows – zum großen Erstaunen derjenigen, die ihn von früher kennen. Was die drei eint: Sie choreografierten selten oder gar nicht für die Bühne, sondern hauptsächlich für die Kamera.
Irene Mann war lange Jahre die Fernsehchoreografin schlechthin, sie war die Inkarnation des ZDF-Fernsehballetts.

Mit Ballett hatte das, was ihre Damen und Herren in den 1950er und 60er Jahren auf die Mattscheibe brachten, natürlich nichts zu tun. Man hatte in Deutschland nur keinen rechten Namen dafür und nannte eben alles, was Frauen und Männer in Kostüm und Maske tänzerisch machten, der Einfachheit halber Ballett. Man konnte die, die dafür die Schritte erfanden, noch nicht einmal stilistisch über einen Kamm scheren. Denn Irene Mann, in Königsberg geboren, arrangierte langbeinige Girls mit den entsprechenden Boys dazu, wie sie das seit Jahr und Tag am Friedrichstadtpalast taten, wo auch sie einst die Keulen geschwungen hatte. Es war die deutsche Variante von Revue- und Showtanz, wie sie in Las Vegas und Paris ...

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Tanz Jahrbuch 2005
Rubrik: Schwerpunkt, Seite 32
von Eva-Elisabeth Fischer

Vergriffen
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