Das liebe Geld
100 Millionen fließen aus dem Konjunkturpaket II in die Kultur. Nur bei der Kunst kommt nichts an. Konjunkturpakete sind das Verdienst derjenigen, die man in Deutschland etwas geringschätzig «Lobbyisten» nennt. Man sollte sie nicht unterschätzen. Die Höhe der Agrarsubventionen legen nicht nur Politiker fest. Die Abwrackprämie ist keine Erfindung der Kanzlerin, sondern eine clevere Idee aus den Reihen der Autobauer.
Die Bauwirtschaft wies angesichts der eigenen Flaute zäh auf den desolaten Zustand von Schulen, Straßen und Theatern hin, so lange, bis man auch in Berlin einsah, dass Sanieren günstiger ist als all das kaputtzusparen, was der öffentlichen Hand gehört.
Vielleicht erinnert man sich noch, wie Heerscharen von Fernsehkameras die schlimmsten Schäden in öffentlichen Schulen zeigten. Nicht empörte Eltern haben die Filmteams in die Klassenzimmer geschickt, sondern Männer und Frauen mit dem Draht zu Fernsehanstalten. Lobbyisten sind geschickter als ihr Ruf. Im Erfolgsfall verschwinden sie wieder von der Bildfläche und überlassen das Feld einem Kulturstaatsminister Bernd Neumann, der sich dafür feiert, dass er sage und schreibe 100 Millionen der 500 Millionen Euro aus dem ...
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