Das liebe Geld - Die Tanztigerin

Ein Gespräch mit der philippinischen Tanzkuratorin Vanini Belarmino über Pannen, westliche Trägheit und östliche Kämpfernaturen

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Wer über die unzureichende Förderung des Tanzes klagt, immerhin eine internationale Kunst, sollte sich nicht scheuen, auch den internationalen Vergleich auszuhalten. Auf der ganzen Welt ähnelt das Fördern von Kunst einer Geste des Helfens. Ein Auto steht am Straßenrand und hat eine Panne. In Deutschland wird der Automobilclub gerufen. Man hat ja einen Mitgliedsbeitrag bezahlt. Der ist so gering, dass sich die Panne sogar lohnt. In Afrika hält jeder andere Verkehrsteilnehmer sofort an: Er wittert ein Geschäft und erwartet für seine Hilfe bares Geld.

Klugerweise handele man die Summe aus, noch bevor das Rad gewechselt ist. In den USA wartet man länger am Straßenrand. Dort spekuliert der Hilfesuchende auf die «Philanthropie» des Helfers. Der wird Lust und Gefahr genau abwägen. In Asien aber hängt die Hilfe fast ausschließlich vom sozialen Status ab. Je dicker der Wagen, desto lohnender wird’s für den Helfer. Darum fahre man lieber keinen Kleinwagen.

Am Vergleich mit dem liegen gebliebenen Auto ist was dran. In Deutschland werden Steuern bezahlt, die ein Recht auf Hilfe garantieren sollen, auch im Tanz. Wozu sonst zahlt man Steuern? In Afrika ist das Tanzen ein ebenso riskanter Beruf ...

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Tanz Dezember 2009
Rubrik: Kolumne, Seite 20
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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