das große flattern
«Atmet einfach ein und aus, entspannt euch – und habt vor allem Spaß!» Dirk Elwert ist keine Bürokratenseele, sondern ein ziemlich guter Seelsorger. Er kann sich offenbar lebhaft ausmalen, wie es gerade um die 23 blutjungen Damen und Herren bestellt ist, die sich an diesem Sonntagmittag im Ballettsaal des Leipziger Opernhauses versammelt haben. Eigentlich gehören sie noch gar nicht hierher, denn keiner von ihnen hat einen Vertrag in der Tasche. Stattdessen fiebern sie alle dem Abschluss ihres Tanzstudiums entgegen, die einen in Dresden, die anderen in Berlin.
An den hiesigen Stangen reihen sie sich nur aus einem Grund hintereinander: Sie wollen die erste Hürde im Berufsleben nehmen und einen Platz in der ZAV-Datei ergattern. Gegen Abend werden sie wissen, ob’s geklappt hat.
Hinter dem ZAV-Kürzel verbirgt sich eines jener Wortungetüme, die in deutschen Amtsstuben im Minutentakt geboren werden: Die «Zentrale Auslands- und Fachvermittlung» gehört zur Bundesagentur für Arbeit und unterhält eine Künstler-Dependance, die Berufsstarter, Arbeitslose und Wechselwillige in Lohn und Brot bringen soll. Dabei wird nicht ins Blaue hinein vermittelt: Tänzer müssen ihr Können vorher unter Beweis ...
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Tanz Januar 2013
Rubrik: praxis, Seite 68
von Dorion Weickmann
on tour_________
australian dance theatre
In Europa reißen sich die Spielstätten um seine Gastspiele, daheim aber bezahlt das Australian Dance Theatre für Auftritte selbst und trägt alle finanziellen Risiken. Vor zwei Jahren wurde der Leiter der Kompanie, Garry Stewart, in das Nachschlagewerk der «Fifty Contemporary Choreographers» aufgenommen. Dass er diese Ehre...
In der Tanzgeschichte gibt es eine Zeitrechnung vor und nach dem 29. Mai 1913. Die Uraufführung von «Le sacre du printemps», getanzt von Serge Diaghilews Ballets Russes in der Choreografie von Waslaw Nijinski, katapultierte die Tanz- und Musikwelt endgültig in die Moderne. Igor Strawinskys peitschend-perkussive Streicher und Nijinskis in Reihen, Rauten und Kreisen...
1933, 1949, 2003. Dies sind die Uraufführungsdaten dreier höchst unterschiedlicher Choreografien, die das Bayerische Staatsballett unter dem programmatischen Titel «For-ever Young» zu einer Triple Bill zusammengespannt hat. Die behauptete ewige Jugend der beiden historischen Stücke soll sich, so scheint es, am dritten und jüngsten im Bund, an Russell Maliphants...
