Das Bild und seine Geschichte
Das Eis der Schlittschuhbahn im Kungsträdgården im Zentrum Stockholms hat sich in eine arktische Landschaft verwandelt. Trockeneisnebel wabert über die blanke Fläche, dazwischen fließen unförmige weiße Zelte umher, die an Eisberge erinnern. Dann beginnen sie zu kalben, und weiße Wesen zwängen sich aus den Zelten. Sie entfalten ihre durchscheinenden Kostüme und beginnen übers Eis zu gleiten. «Polarstation Zebra» heißt die Choreografie von Lotta Melin, die an den gleichnamigen Agententhriller aus dem Kalten Krieg erinnert. Lautlos flattern die Stoffe der Eisläufer im Fahrtwind.
Beim Eistanz geht es darum, die Geschwindigkeit für sich zu nutzen, sagt Katarina de Bourg von der Jury für «Contemporary on Ice»: «Die Geschwindigkeit ist sowohl dein bester Freund als auch dein größter Feind. Sie macht, dass wir schneller drehen und höher springen können. Andere Bewegungen sind einfacher auf dem Boden auszuführen: Aber schnelle Füße, sich zu rollen, auch zu fallen, das sieht klumpig und komisch aus, wenn man das auf dem Eis macht.»
Was geht und was nicht, wird durchaus deutlich an diesem Abend. Fünf Werke von namhaften schwedischen Choreografinnen reichen vom klassischen Eiskunstlauf mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Maurice Béjart wird mit «Ce que l’amour me dit» in Lausanne wieder erweckt, einem Stück zu Musik von Gustav Mahler, das 1974 mit seinem damaligen Ballet du XXe Siècle für Monte Carlo entstanden war. Begleitet wird die Reprise von zwei Uraufführungen: «Ismaël» des ehemaligen Béjart-Tänzers Tony Fabre und «Ex Orbis» des jungen holländischen Choreografen Joost...
Im vergangenen Mai ließ William Forsythe in seiner Installation «Scattered Crowd» zum wiederholten Mal siebentausend weiße, heliumgefüllte Luftballons aufsteigen, diesmal in einem alten Londoner Lagerhaus. Bis in die letzte Ecke füllten sie den Raum. Jeder Besucher stieß die Ballons an, die andere Ballons anstießen, bis in den höchsten Winkel der Halle hinauf. Das...
Wayne McGregor ist vieles: eloquent, hochintelligent, neugierig; er überschreitet gern die Grenze zwischen Kunst und Wissenschaft, ist ein guter Partner für seine unterschiedlichen Mitstreiter. Ein Theatermann ist er, aber choreografisches Genie und Vielseitigkeit fehlen ihm. Die Entwicklung von «Chroma» (2006) über «Infra» (2008) bis zu seinem jüngsten Werk...
