Das Bild und seine Geschichte
Das Eis der Schlittschuhbahn im Kungsträdgården im Zentrum Stockholms hat sich in eine arktische Landschaft verwandelt. Trockeneisnebel wabert über die blanke Fläche, dazwischen fließen unförmige weiße Zelte umher, die an Eisberge erinnern. Dann beginnen sie zu kalben, und weiße Wesen zwängen sich aus den Zelten. Sie entfalten ihre durchscheinenden Kostüme und beginnen übers Eis zu gleiten. «Polarstation Zebra» heißt die Choreografie von Lotta Melin, die an den gleichnamigen Agententhriller aus dem Kalten Krieg erinnert. Lautlos flattern die Stoffe der Eisläufer im Fahrtwind.
Beim Eistanz geht es darum, die Geschwindigkeit für sich zu nutzen, sagt Katarina de Bourg von der Jury für «Contemporary on Ice»: «Die Geschwindigkeit ist sowohl dein bester Freund als auch dein größter Feind. Sie macht, dass wir schneller drehen und höher springen können. Andere Bewegungen sind einfacher auf dem Boden auszuführen: Aber schnelle Füße, sich zu rollen, auch zu fallen, das sieht klumpig und komisch aus, wenn man das auf dem Eis macht.»
Was geht und was nicht, wird durchaus deutlich an diesem Abend. Fünf Werke von namhaften schwedischen Choreografinnen reichen vom klassischen Eiskunstlauf mit ...
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