Ballets Russes 100
Serge Diaghilev und Vaslav Nijinsky sind ab jetzt, posthum, inoffizielle Nationalhelden von ... Monte Carlo! Vor bald hundert Jahren gründete der russische Mega-Impresario seine Ballets Russes. Vom Grimaldi-Felsen aus krempelten sie die Tanzwelt um. Ein wenig geehrt werden sie dafür nun überall. Monaco aber will seinen Führungsanspruch durchsetzen und feiert pompös, eine Saison lang. Der erste Akt steigt im Dezember, der zweite im März, der dritte im Juli. Da trifft es sich gut, dass Jean-Christophe Maillot neben den Ballets de Monte-Carlo nun auch das Monaco Dance Forum leitet.
Beide Budgets auf die Hundert gesetzt und auf Sieg gespielt! Legitimität bedeutet aber auch, diese Avantgarde-Truppe nicht im Museum zu Tode zu ehren. So kommt nur zum Zug, wer den Ballets Russes neue Seiten abgewinnt, also Lichtgestalten der Neoklassik wie John Neumeier und Thierry Malandain oder Neuerer wie Carlotta Ikeda, Marie Chouinard, Xavier Le Roy oder Les Ballets Trockadero. Damit wollen sie in Monaco ihren Wintertourismus ankurbeln.
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Film und Bildende Kunst spielen im Tanztheaterwerk von Urs Dietrich eine zunehmend größere Rolle. Sie sind für die Arbeit des Choreografen so essenziell geworden, wie die ihn seit je umtreibende Frage nach dem Wesen von Leben und Tod. Obwohl das neue Stück «Dividendo» von Teilen und Trennen handelt, vom Scheiden aus dem Leben und Übergang in eine Schattenwelt, vom...
Klingt paradox: Ein Lateinamerikaner rekonstruiert deutschen Ausdruckstanz. Aber schon in seiner Ausbildung in Quito lernte der Tänzer aus Ecuador Mary Wigmans Namen kennen. Den Elementen des modernen deutschen Tanzes wollte er auf die Spur kommen, beschäftigte sich nach dem Studium bei P.A.R.T.S. in Brüssel als Residenzchoreograf am K3-Zentrum in Hamburg mit...
Das war nicht nur gefährlich, sie benötigten auch ein paar Tugenden, um zu überleben: Mut, Erfahrung, die Fähigkeit, geräuschlos zu kommunizieren und ähnliche Eigenschaften. Aber spätestens im alten Rom setzte sich die Meinung durch, dass ein Anführer nur deutlich genug Kommandos geben, auf die Untergebenen einen gewissen Druck ausüben und seine Autorität dadurch...
