Das Bild und seine Geschichte
Diese schwergewichtigen Tänzer wollen unbeschwert und völlig losgelöst hoch hinaus. Auf Kuba, der kommunistischen Karibik-Insel mit all den drahtigen Muskel-Macho-Männern, hat die Companía Danza Voluminosa eine zweite Revolution angezettelt. Wann sah man je so füllige Ballerinen so kokett ihre mächtigen Schenkel lüpfen oder mit weit ausgespannten Wabbelarmen zum Vogelflug vom Boden abheben?
Vielleicht in Maguy Marins «Groosland», damals in Holland.
Aber in ihrem humoristischen Putzkolonnen-Bacchanal zu Bachs «Brandenburgischen Konzerten» war die Körperfülle nur eine zweite, erborgte, dick wattierte Haut, um dürre Tänzer aufs Doppelformat zu stopfen. Hier dagegen bei den Damen von Danza Voluminosa ist alles echtes, pfundschweres Fleisch. Von der eigenen Last befreit sie ihre Tanzlust, und zwischen ihnen hüpft ihr 130 Kilo schwerer Gründer Juan Miguel Más mit faunischen Freudensprüngen. Hier herrscht beides: ein unbedingter Wille zur Form und eine durch ihre Kondition bedingte «Formlosigkeit» der unbeherrschbar schwingenden Körperlinien auf der Bühne. Das führt direktemang zu einem offensiven Selbstbewusstsein.
Mit dem Schlachtruf «Más» («Mehr!») hat Juan Miguel Chigin den Aufstand ...
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