Darmstadt online: Barish Karademir «Ich schaue dich an (je te regarde)»
Zwar hat das Staatstheater Darmstadt vier Schauspieler und drei Tänzer aufgeboten für eine Inszenierung von Alexandra Badeas 2015 uraufgeführtem Stück «Ich schaue dich an (Je te regarde)», aber dann hat man das siebenfach Leibhaftige doch wegen Corona lieber in eine Konserve gepackt: Entstanden ist ein Film, der auf der Drehbühne des Theaters, aber auch in der Garderobe und vor dem Haus Schauplätze findet, außerdem zum Teil im Frankfurter Flughafen gedreht wurde.
Eine der Figuren in Badeas Stück ist nämlich Sicherheitsbeamter, wie die anderen drei – identifiziert nur mit einer «User Nummer» – verbringt er viel Zeit damit, via Bildschirm zu überwachen, zu kontrollieren und zu belauschen.
«Ich schaue dich an» erzählt also kaum von Begegnungen von Angesicht zu Angesicht, dafür von Einsamkeit und Eifersucht, von Liebe zu und emotionaler Abhängigkeit von anderen, obwohl man sie nur durch den Filter einer Kamera und eines Bildschirms sieht. Abhängigkeit auch von der Maschine, die Gefühle abfragt und daraus einen Glücksquotienten errechnet. Fünf Prozent bloß? Man kann nicht gerade sagen, dass Alexandra Badeas «User» sich wohlfühlen in ihrer Haut.
Für das Staatstheater inszeniert hat der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2020
Rubrik: Kritik, Seite 26
von Sylvia Staude
Kaminer inside: Friedrichstadt-Palast
Eigentlich firmiert der Berliner Revue-Tempel inzwischen als «Palast». Aber wenn sich ein Bestsellerautor wie Wladimir Kaminer ansagt, dessen «Russendisko» auch schon über die Kinoleinwand flimmerte, dann heißt er eben in alter Schönheit «Friedrichstadt-Palast». Ein halbes Jahr lang hat sich der Besucher für seine TV-Reihe...
Auch Europas größtes Tanzfestival «ImPulsTanz» zeigt sich in dieser Saison unfreiwillig verkleinert – aber trotzdem erfinderisch: Die Reihe «Public Moves» macht bereits in der vierten Runde aller Welt Beine und bespielt vom Arkadenhof des Wiener Rathauses bis zur Papstwiese im Donaupark lauter a ttraktive Schauplätze. Bis zum 30. August kann man sich mehrmals...
Der Untersuchungsbericht einer Sonderkommission, der Vorwürfe des Machtmissbrauchs wie der Fehlsteuerung an der Ballettakademie der Wiener Staatsoper beglaubigt hat (tanz 2/20), macht Reformen unumgänglich. Dafür ist nun der neue Ballettchef Martin Schläpfer zuständig. Zusammen mit Staatsopern-Intendant Bogdan Roščić hat er schon vor Amtsantritt eine Expertengruppe...
