crackz
Macht es einer, machen es alle anderen auch. Wenn einer einen coolen Move entdeckt, probiert ihn die ganze Gruppe. Hip-Hop ist – wie alle Szenen – eine Kultur des Kopierens und Klauens, während er doch gleichzeitig den Anspruch erhebt, authentisch und «real» zu sein.
Bruno Beltrão, Choreograf aus Brasilien, der bevorzugt die Gepflogenheiten seiner eigenen Szene zerpflückt, demonstriert nun in seinem neuen Stück, dass es mit der kultigen Realness im Mainstream-Phänomen längst nichts mehr auf sich hat: Er habe, behauptet die Ankündigung, gemeinsam mit seinen Tänzern das choreografische Material seines neuen Stücks aus dem Internet gesammelt.
Alles nur geklaut also. Alles gestohlen, gezogen und geraubt. Die Sampel-Share-Mashup-Methode – sie wird derzeit immer wieder als typische Kunstpraxis für die Ära webbasierter Intertextualität ausgerufen. Zuletzt etwa outete sich auch Wim Vandekeybus in «Booty Looting» sarkastisch als «Beuteplünderer». Der Copy-Paste-Choreograf als neue Rebellen-Rolle in der digitalen Gesellschaft.
Ferne Beats im Dauerdämmer
Okay, in Beltrãos «Crackz» wird der Tanz also «gecracked». Nur: Sieht das überhaupt einer? Man hat manchmal Mühe, überhaupt etwas zu sehen. ...
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Tanz August/September 2013
Rubrik: produktionen, Seite 20
von Nicole Strecker
So sieht der Nachtmahr eines Theaterdirektors aus: Hunderte von Schülern zwischen 6 und 16 Jahren im Zuschauerraum, dazwischen ein paar Lehrer, Erzieher, Väter und Mütter – und dann streikt, unmittelbar nach Vorstellungsbeginn, die Technik. Was wird passieren, nachdem der Inspizient um fünf Minuten Pause gebeten hat, damit der Tanzteppich wieder geflickt und...
natürlich________
kann man zu jeder Musik, zu jedem Klang, zu jedem Geräusch irgendeinen Schritt setzen. Aber ist das Choreografie? John Neumeier, soeben für sein 40. Jubiläum am Hamburg Ballett gefeiert, bezweifelt das. Im Interview (ab Seite 74) erklärt er Choreografie als «dieses geheimnisvolle Finden eines Pendants zu einer Musik, das nicht identisch ist mit...
«Ich werde übrigens nicht zum Christentum übertreten.» Emanuel Gat schickt das lächelnd voraus, sobald die Rede auf die religiöse Symbolik in seinem Zyklus «UpcloseUp» zu kommen droht. «Ich bin das jetzt schon zwanzigmal gefragt worden.» Da beugt er lieber vor. Allerdings kennt der Israeli Europa längst gut genug, um zu wissen, dass jeder künstlerische Bezug auf...
