Copy me
Alle kreativen Köpfe definieren sich gern als universelle Allround-Künstler, damit sie selbstbestimmt aus einem Warenkorb der Künste wählen können – mal Paella, mal Salat, mal ein Steak. Oder eben wie einst der Mimos in der Antike – mal Schauspiel, mal Tanz, mal Gesang. Kann man nicht mit allem brillieren, ohne gleich als Da Vinci, das Universalgenie, zu gelten? Meint das «Tanz-Kunst»? Oder geht es nicht in Wahrheit um das genaue Gegenteil: Schubladenferne. Gut, ist auch eine Kategorie.
In sie fällt: Rahel Savoldelli, die in Berlin mit der Schauspielerin Anne Tismer das besonders schubladenferne Kollektiv Gutes Tun gegründet hat.
In Bordeaux zum Festival Les Grandes traversées, einem zweitägigen Programm mit Performern aus Berlin, New York und Buenos Aires mit dem in Berlin lebenden Gastgeber Jared Gradinger, zeigt sie ihr Solo «CopyME» und vervielfältigt sich gleich dreist per Video zum Trio. Am Anfang, belustigend und spannungsvoll, kommt sie noch ganz unschuldig im Kinder-Kart auf die Bühne, demselben, auf dem sie vorher im Video durch lange Amtsflure fuhr. Während sie nun mit dem Tamburin in der Hand über die Bühne flitzt, stellt sie sich als Bandleaderin vor, deren Freundinnen ...
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In der Nationalbibliothek von Paris suche ich Bildmaterial für eine Veröffentlichung über die Ballets Russes. Aus einer Plastikhülle nehme ich eine Fotografie von Vaslav Nijinsky, die den Tänzer im Kostüm von «Le Spectre de la rose» zeigt. Auf seinem Haupt befindet sich die berühmte mit Rosenblättern übersäte, von Léon Bakst erfundene Kopfbedeckung. Dieses Foto –...
Sie wuchsen in der Franco-Zeit auf und gehören wie Antonio Gades, Mario Maya und Cristina Hoyos zu einer Generation, die in den 1970er und 80er Jahren den traditionellen Flamenco entscheidend modernisiert haben. Bei Ihnen blieb der Flamenco ein spezifisch spanischer, eben andalusischer Tanz. Können ausländische Tänzer denn überhaupt die gleiche Ausdrucksfähigkeit...
Garderobe, unten «Wenn ich nach Hause komme, zieh ich meinen Mantel und meine Schuhe aus. Dann sehe ich in der Garderobe zuerst das Ölbild von Marie Camargo, eine der berühmtesten Tänzerinnen des 18. Jahrhunderts. Es ist leider nicht das Original von Nicolas Lancret, aber eine schöne Kopie aus dem 18. Jahrhundert. Ich freue mich, wenn ich sie sehe. Camargo war...
