Check-up
Im Februar erreichte eine Art Brandbrief den Deutschen Bühnenverein. Absender: Vertreter*innen von ta.med e. V., dancersconnect e. V. und der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger (GDBA). Inhalt: Die im Tanzbereich offenkundig mangelhaft gesteuerte Rückkehr an den Arbeitsplatz nach einer Corona-Infektion. Diesen Befund hatte eine Kurzumfrage via Social Media ergeben, die das Netzwerk dancersconnect gestartet hatte – nach eigener Aussage «nicht-repräsentativ», aber mit Ergebnissen, wie sie der Tendenz nach auch der tanz-Redaktion zu Ohren gekommen sind.
So mussten Kompanien, in denen Tag für Tag mehr Mitglieder positiv getestet worden waren, mancherorts ordentlich Druck auf ihre Führungskräfte ausüben, um Trainings- und Vorstellungsabsagen zu erwirken. Dass sich Tänzer*innen zu solchen Protesten durchrangen, obwohl sie angesichts ihrer kurzen Karrieren normalerweise auch unter widrigsten Bedingungen auf die Bühne drängen, zeigt, wie problematisch die Lage war (und schlimmstenfalls im Herbst wieder werden kann). Umgekehrt gilt: Natürlich sind Arbeitgeber*innen zum Schutz ihrer Angestellten verpflichtet, erst recht unter den Bedingungen einer Pandemie. Aber wie wenig man auf ...
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Tanz 7 2022
Rubrik: Praxis, Seite 56
von Dorion Weickmann
Bundesjugendballett
DIE UNSICHTBAREN
Irgendwann, irgendwie muss es ihn gepackt haben, was angesichts seines Faibles für historische Stoffe und Figuren vielleicht gar nicht mal so verwunderlich ist: John Neumeier entwirft für das Bundesjugendballett eine Collage aus Texten, Musik, Gesang und Tanz, die den «Unsichtbaren» Leben einhaucht – jenen Künstler*innen, die...
Sie sind Tänzerin, Choreografin, Schauspielerin und gehörlos. Im Rahmen der «Tanzwerkstatt Europa» in München leiten Sie den Workshop «Gebärden Tanz oder Tanz der Gebärden!?» Was erwartet die Teilnehmenden?
Wir werden mit Gebärden Choreografien entwickeln, die sich sehen lassen können. Dazu habe ich in den letzten zwei Jahren dank Stipendien viel geforscht.
Sie...
«Schön» – das ist hier pink, klotzig, leuchtend. Fünf magentafarbene LED-Buchstaben stehen im Innenhof des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik: SCHÖN. Ob dieses SCHÖN nun schön ist, oder doch nicht eher scheußlich-schön, aufdringlich und provokant, darüber möchte man sofort diskutieren. Aber bevor ich den Mund aufmache, lächelt es neben mir: «Dieses...
