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GRISELDIS
Das Prinzenpaar könnte auch Leonce und Lena heißen. In der Ballett-Pantomime «Griseldis» hört die Prinzessin von Moldawien allerdings auf den Namen aus dem Titel, während sich der Kronprinz aus Böhmen Elfrid nennt. Doch Namen sind bekanntlich Schall und Rauch, und wie im lästerlichen Lustspiel «Leonce und Lena» von Georg Büchner widersetzen sie sich Jahre später einer arrangierten Vermählung, suchen ihr Heil in der Flucht und verlieben sich dennoch unerkannt ineinander.

Während das Büchner-Paar eher «durch Zufall Gefallen aneinander» findet, gibt «Griseldis» bei der Uraufführung die Schicksalsrichtung vor, als sich die Heldin Elfrid auf unterschiedliche Weise nähert. Schließlich heißt das Ballett nicht umsonst im Untertitel «Die fünf Sinne», und auf die spielt Adolphe Adam in seiner Komposition an, vor allem, wenn die Szene vom «Hören» handelt. Da darf die Interpretin der Titelrolle auch mal singen, und das machte Carlotta Grisi 1848 in Paris offenbar so gut, dass Koryphäen wie Maria Malibran oder Giuditta Pasta voll des Lobes waren. Marija Jelić erreicht dieses Gesangsniveau nicht ganz, und auch die Philharmoniker aus Sofia lassen es unter Dario Salvi ...

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Tanz November 2026
Rubrik: Medien, Seite 64
von

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