Carolyn Carlson: «If to Leave is to Remember»
Carolyn Carlson: Entschuldigen Sie die Verspätung, ich war gerade so richtig mitgerissen von meinem Improvisationskurs. Das Thema war «blind sein». Was da zwischen den Tänzern abging, war unglaublich spannend.
Ich wollte Sie genau danach fragen, denn Sie haben oft zu Jazz mit Joachim Kühn improvisiert. Was bedeutet Ihnen Improvisation heute? Sie ist noch immer die Grundlage meiner Technik. Ich suche gern gemeinsam nach Ideen mit den Leuten, mit denen ich zusammenarbeite. Ich organisiere Events und tanze.
Das hängt mit der Zen-Philosophie zusammen, die auf absoluter Erfahrung des Augenblicks beruht. Und darum geht es im Tanz. Bereit sein für jeden neuen Augenblick, damit sich unvorhergesehene Möglichkeiten auftun. Jeder darf sein Glück versuchen. Aber mit der Zeit löse ich mich von dieser Idee, denn die Leute haben dieses Klischee im Kopf, wo ein Guru unter einem Baum sitzt und Wolken anstarrt.
Wie lief die Arbeit für «If to Leave is to Remember», Ihr neues Stück mit dem balletttheater münchen? Die Grundidee ist die Trennung von der Mutter, dem Zuhause, dem Leben. Wir alle trennen uns von etwas, das ist ein normaler Vorgang. Der Titel stammt aus einem Gedicht, das ich schrieb, als ...
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«Tanz ist kein Parfum», sagt Wim Vandekeybus, «Tanz ist Alkohol». Es stimmt. Parfum macht nicht süchtig, dringt nicht in den Körper ein. Parfum ist Oberfläche, eine Lüge, die machtlos bleibt gegen Schweißgeruch. Alkohol dagegen treibt mitunter auch Motoren an. Tanz ist Biosprit für die Heißblüter von Ultima Vez. «Parfum wird zusammengesetzt, ist ein Verschnitt....
Tokyo is a big, buzzing, chaotic city; the epitome of the metropolis, the stylized “mega city.” I am gradually coming to realize that this stylization is Tokyo’s subtext, but where does it come from? I would describe it as the result of a process of alienation leading to liberation from redundancy and the strait-jacket of “reality.” As an observer, I am no longer...
Was die drei Stücke, allesamt Uraufführungen in der Bayerischen Staatsoper, eint, ist der Bezug zur Neoklassik und zu William Forsythe, ist die Dominanz optischer Effekte. Dies, weil der ehemalige Forsythe-Tänzer Stephen Galloway der Kostümbildner des Abends ist, mehr noch, weil der Ausstatter Michael Simon heißt. Er war Bühnenbildner bei Forsythe von der ersten...
