carlos acosta

Er ist ein Publikumsmagnet, und seine neue «Don Quixote»-Inszenierung wird live auch in deutsche Kinos übertragen. Aber das Tanzen hält er keineswegs für das Wichtigste im Leben. Bücher schreiben, Kindern helfen, Kuba retten – das versteht er als seine Zukunftsmission

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Das Wort «Charisma» wäre zu schwach, um die majestätische Aura zu beschreiben, die ihn umgibt, sei es auf der Bühne oder off-stage. In seiner Umarmung – warm, zärtlich und dennoch kraftvoll – manifestiert sich sein ganzer Charakter: Es fühlt sich an, als würde man von einem liebenswürdigen Tiger umarmt. Ich hatte oft Gelegenheit, diesem vielbeschäftigten Star zu begegnen, und jedes Mal zeigte er sich gleich: höflich, freundlich, unablässig Fragen stellend.

Dass Acosta bei alledem ein einfacher, geradliniger Mann geblieben ist, der seine von Armut geprägten kubanischen Wurzeln bis heute nicht vergessen hat, wurde ihm von einigen als Zeichen von Naivität oder mangelnder Intelligenz ausgelegt. Tatsächlich ist er einer der klügsten Männer, die ich je getroffen habe, ein Renaissance-Mensch, der sich für alles interessiert, der jede Idee, jeden Sachverhalt geistig abwägt und der Prüfung unterzieht. Und er ist weit mehr als ein Weltklassetänzer: Als Bühnen- und Filmschauspieler, Impresario, Choreograf und Autor ist er ein Vorbild für junge Leute. Seine Lebensgeschichte «No Way Home» (unter dem Titel «Kein Weg zurück» bei Schott Music auch auf Deutsch erschienen) ist ein herausragendes ...

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Tanz Oktober 2013
Rubrik: menschen, Seite 20
von Mike Dixon

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