amsterdam: sharon eyal und gai behar
Sie war viele Jahre eine Säule der Batsheva Dance Company und Muse Ohad Naharins. Nun hat Sharon Eyal gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Gai Behar den Schritt in die Unabhängigkeit getan und die Kompanie L-E-V gegründet, die das hebräische Wort für «Herz» («Lev») im Namen trägt. Ihr Debüt gab die Kompanie mit dem Stück «House», einer Erweiterung der kurzen Choreografie «Hofesh’s Work», mit der Eyal kurz vor ihrem Weggang von Batsheva für ein abgesagtes Stück von Hofesh Shechter eingesprungen war.
«House» als echten Durchbruch zu begreifen, ist schwierig.
Die Choreografin hat einige starke Batsheva-Tänzer mitgenommen, die sich bei L-E-V einen künstlerischen Neustart erhofften. Immerhin: «House» kann man zu Eyals besseren, da komplexer geschichteten Kreationen zählen. Umgesetzt wird es von acht Tänzern, die im Interpretieren von Eyals singulärer, auf Gaga-Technik und body perception aufbauender Bewegungssprache bestens geschult sind.
Eyal und Behar schnitten das Stück unmittelbar nach seiner Premiere auf alternative Räume zu, um es für ungewöhnliche Spielorte – ein renoviertes Jerusalemer Spital und zuletzt ein Lagerhaus in einem angesagten Stadtteil Tel Avivs – tauglich zu machen. In ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Oktober 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 46
von Ora Brafman
Igor Strawinsky träumte einst, er säße in einem Raum mit acht Leuten, die auf ihren Instrumenten eine «sehr gefällige Musik spielten». Das dreisätzige «Oktett» für Trompete und Fagott (1922/23), das ihm hernach gelang, gilt als Geburtsstunde des europäischen Jazz und Beginn des Neoklassizismus in der Musik. Hier geht es also mal nicht um den 100. «Sacre du...
Übertriebenen Nationalismus kann man dem deutschen Tanz wirklich nicht vorwerfen: Von Jean-Georges Noverre und den Taglionis über John Cranko bis William Forsythe ist die Geschichte des Balletts in Deutschland eine der Gastarbeiter – und das Publikum nahm sie stets mit offenen Armen auf. Eine eigene, dauerhafte Schule wie die Franzosen, Russen, Dänen und...
Die Wüste ist ein Ort des Wandels, ist ständig in Bewegung. Und für jedes menschliche Wesen, das sich in sie hineinwagt, bedeutet Stillstand gleichsam den sicheren Tod. Naturmetaphern hat der Bremer Choreograf Helge Letonja zur Versinnbildlichung von Grenzen gewählt. Den Abschluss seiner Trilogie zum Thema Migration, «DisPLACING Future», nennt er «The Desert». Zur...
