Bühnendämmerung
Die Katastrophe war absehbar. Ignoranz, Inkompetenz, eklatante Versäumnisse, Chaos charakterisieren das Krisenmanagement der amerikanischen Regierung, seit die ersten Sars-CoV-2-Infektionen bekannt wurden. Und Präsident Donald Trump scheint sich nach wie vor mehr um seine Wiederwahl im Herbst als um die Eindämmung einer Pandemie zu sorgen, die zwischen Washington und Seattle, Chicago und Houston Hunderttausende Menschen das Leben kosten könnte. Vor diesem Hintergrund wirken die Anstrengungen Andrew Cuomos, des Gouverneurs von New York, die Verbreitung des Virus u. a.
durch Einschränkungen der Bewegungsfreiheit zu hemmen schon fast heroisch. Doch auch in New York, zu Beginn der Infektionswelle das Epizentrum der Seuche in den Vereinigten Staaten, sind geeignete Maßnahmen viel zu spät eingeleitet worden – mit der Folge, dass die Sterberate im Vergleich zu den März-Zahlen der vorausgegangenen Jahre auf ein Vierfaches angestiegen ist.
Für die Theater, Konzerthäuser und Museen der Metropole, tragende Säulen ihrer in beträchtlichem Umfang vom Tourismus beflügelten wirtschaftlichen Prosperität, hieß das: Der Spielbetrieb musste über Nacht auf Null heruntergefahren werden. Die ...
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Tanz Juni 2020
Rubrik: Corona-Krise, Seite 18
von David Shengold und Albrecht Thiemann
Sie organisieren und trainieren Tanz am Theater in Regensburg – seit Mitte März geben Sie Online-Klassen für das Ensemble. Wie fühlt sich das Unterrichten per Screen an?
Unterrichten heißt für mich, dass ich auf einzelne Personen eingehen und sie auch korrigieren kann. Das ist online aus verschiedenen Gründen aber nicht möglich: Die Ton-Übertragung ist verzögert,...
Selbst eingesessene Berliner haben noch nie vom Leisepark gehört. Er befindet sich gut versteckt hinter einem Friedhof im Kollwitzkiez, hinter Kindergräbern. In den Zeiten der Kontaktsperre hat es hier eine Tänzerin gewagt, vor handverlesenem und auf Abstand bleibendem Publikum ihre Kunst zu zeigen. Ihre Energie hat man besonders gespürt, weil Energie als Erstes...
Liebhaber deutscher Bühnenkunst in Argentinien hatten sich zu gedulden im April 1929: «Alexander Moissi [ist] mit anderen Passagieren an Bord eines Ozeandampfers leicht an Gelbfieber erkrankt. Das Schiff mußte deshalb in Buenos Aires in Quarantäne gehen, und Moissi war gezwungen, sein Gastspiel im dortigen Theater zu verschieben.» Wie heute erwiesen sich Schiffe...
