Bühne besetzt!
Ein schwarzes Loch gähnt auf der Bühne der Halle G des Wiener Tanzquartiers, eine Black Box als Überbleibsel des Stücks «Quando l’uomo principale è una donna» von Jan Fabre, in dem die Tänzerin Lisbeth Gruwez sich wenige Tage zuvor wie eine heiß gelaufene Ölsardine in kaltgepresster Olivenschmiere gewälzt hat. Gruwez ist bereits weiter nach Barcelona gereist. Jetzt, wo der Bühnenrahmen entfernt ist, wirkt ihr Set wie ein finsteres, nach vorn hin klaffendes Zelt, wie eine Hohlform des Monolithen bei Stanley Kubricks «2001 – Odyssee im Weltraum».
Das Publikum nimmt seine Plätze auf der Tribüne ein und harrt der Dinge. Seltsame Figuren besiedeln die mit nüchternem Arbeitslicht ausgeleuchtete Halle. Ein unheimlicher Fantômas mit blauer Maske, eine fallsüchtige Dame in barockem Kleid, ein großer Glatzkopf in einem rosa Chanelkostüm-Imitat, eine Frau (Milli Bitterli) in einem schimmernden Sex-Shop-Overall. Dunkle Coalminers mit Kapuzen und grell blitzenden Stirnlampen über den geschwärzten Gesichtern drücken sich herum. Fabres Bühnenbild ist besetzt – mit Genehmigung des Meisters, versteht sich, denn die Initiatorinnen der Performance «Diskreter seitlicher Eingang – A Squatting Project», ...
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