Buch, CD, DVD 1/23
CD des Monats
Märchentänze
In der Oper kennt man Thomas Adès hierzulande schon seit Langem. Auf deutschen Tanzbühnen macht sich der Brite dagegen rar. Dabei hat der einstige Wunderknabe der zeitgenössischen Musik bereits 2019/20 mit «The Dante Project» ein abendfüllendes Ballett vorgestellt (das ab Mai in der Choreografie von Wayne Mc-Gregor als Koproduktion mit dem Royal Ballet noch einmal in Paris läuft). Und in seinem reichen Repertoire finden sich nicht wenige Stücke, die wie geschaffen scheinen fürs Theater.
So sein «Totentanz» (2013) oder die vier kleineren Arbeiten, die unlängst vom Finnish Radio Symphony Orchestra unter Nicholas Collon erstmals auf Tonträger eingespielt wurden – darunter unter dem Titel «Dawn» eine «Chacony», die im wiederholten Grundrhythmus ganz wundersam Gestalt gewinnt, als ginge des Morgens Stück um Stück die Sonne auf.
Horcht man in die «Märchentänze» hinein, wähnt man sich wiederum im «Sommernachtstraum», so zauberhaft wirkt aller Klang. Voller Fantasie auch die Folgesätze, mit denen Pekka Kuusisto daran erinnert, dass das Stück ursprünglich als Variationswerk für Violine und Klavier entstand. Und vielstimmig zuletzt der vierte, englische Folk Tunes ...
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Tanz 1 2023
Rubrik: Medien, Seite 54
von
Ralf Dörnen, Sie haben 1985 bei der Uraufführung den «Wilden Krieger» getanzt. Wie hat John Neumeier Ihnen damals die Rolle erklärt?
Es gibt ja zwei Rollen, die klischeehaft oder trugbildnerisch gearbeitet sind, eben der «Wilde Krieger» und «Primavera». Der Krieger ist das Bild, das sich Desdemona von Othello macht, die Primavera umgekehrt Othellos Projektion...
Der Tanz ist eine jugendliche Kunst. Er ist jung – und wird es bleiben, weil sich das Tänzerleben, zumal das klassisch-akademische, in der Regel auf zwei Jahrzehnte reduziert. Woraus sich, mehr als vierzig Jahre nach dem Ausbruch der später AIDS genannten Seuche, leicht errechnet, dass eine ganze tänzerische Generation das Phänomen nicht aus eigener Erfahrung...
Stockholm
JUBILÄUMSGALA
So frisch, frei, fröhlich kann Tradition gefeiert werden: Die PR für die Gala, mit der das Königliche Opernhaus seinen 250. Geburtstag feiert, kommt bunt wie Pop Art daher. Aber dahinter steckt ein Spektakel, das alle Kräfte des Hauses zusammenzieht: Ballett, Chor, Orchester. Der Tanz ist beispielsweise mit einem «Don Juan» aus der...
