Bthvn2020
Die «Dachmarke» kennen Sie noch nicht? Das wird sich in den nächsten Monaten sicher ändern. Ludwig van Beethoven feiert Mitte Dezember seinen 250. Geburtstag, und da wir nur sein Taufdatum wissen, ehrt man ihn sozusagen rund um die Uhr, und das ein ganzes Jahr lang. Irgendwann soll man ja auch noch im entferntesten Winkel der Welt mitbekommen, dass seine Stunde geschlagen hat.
Nicht zuletzt deshalb haben die Bundesrepublik Deutschland, das Land Nordrhein-Westfalen, der Rhein-Sieg-Kreis und die Bundesstadt Bonn als Tochtergesellschaft der Stiftung Beethoven-Haus schon im Vorfeld eine «gemeinnützige Beethoven Jubiläums GmbH» gegründet.
Offiziell geht es der neuen Gesellschaft natürlich um die ehrenwerte «Vermittlung von Beethovens Werk sowie die Stärkung und Förderung innovativer Projekte». Aber spätestens bei dem Nachsatz, man wolle mit «BTHVN2020» auch die «Bekanntheit Bonns als Beethoven-Stadt» steigern, ist die Katze aus dem Sack. Beethovens Musik ist bekanntlich vogelfrei, d. h. es fallen keine Tantiemen an. Auch halten sich die Werbungskosten in Grenzen, die Marke spricht für sich. Der Verdacht ist jedenfalls nicht ganz von der Hand zu weisen, dass der Geehrte für manchen ...
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Tanz Februar 2020
Rubrik: Warm-up, Seite 1
von Hartmut Regitz
Ein Bolzplatz, irgendwo in Brüssel, Anfang der 1980er-Jahre. Eine Jungs-Combo drischt den Ball ohne Rücksicht auf Verluste und obwohl ein Steppke mit von der Partie ist, der kaum mithalten kann. Er rackert und ackert, was das Zeug hält. Nützt alles nichts. Am Ende des Nachmittags mosern die Kicker den größeren Bruder an – kann der Winzling da nicht künftig...
Mit «Cinderella» gab Gregory Dean, seit 2013 Principal Dancer beim Königlich Dänischen Ballett, sein Choreografie-Debüt in Kopenhagen. Sensationell war das nicht, und insofern bleibt es erstaunlich, dass man ihn im Anschluss daran sogleich auf Leben und Werk der großen dänischen Schriftstellerin Karen Blixen angesetzt hat. Deren Bücher sind subtil, dramatisch,...
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