Bryan Arias «Der kleine Prinz»

Lipzig

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Natürlich ist Antoine de Saint-Exupérys Erzählung «Der kleine Prinz» kein Kitsch, sondern ein allegorisches Kunstmärchen. Aber ein Märchen, das schon viel zu oft erzählt wurde, so oft, dass aus der Botschaft «Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar» ein Kalenderspruch wurde (den man, wenn man böse wäre, auch als antiintellektuell lesen könnte). Wer diesen Stoff neu auf die Bühne bringen möchte, muss sich also etwas einfallen lassen, auch als Tanzversion.

Bryan Arias entscheidet sich in seiner ersten Choreografie fürs Leipziger Ballett dafür, die Geschichte vom Kopf auf die Füße zu stellen. Die Seelenreise des kleinen Prinzen wird also zum Traum eines Kindes (Daniel Róces Gómez mit kindlicher Grandezza), das vor dem Einschlafen mit Stofftieren und Spielzeugflugzeugen spielte, die auf Saint-Exupérys Erzählung verweisen. Und die Figuren, denen der Junge auf seiner Reise begegnet, sind die Menschen aus seinem Umfeld: Der König wird zum Vater (David Iglesias Gonzalez), die Rose zum angehimmelten Nachbarsmädchen (Monica Barbotte), die Laternenanzünderin zur Kettenraucherin (Letícia Calvete). Fertig. Klug gelöst.

Was nichts daran ändert, dass «Der ...

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Tanz 4 2023
Rubrik: Kalender, Seite 36
von Falk Schreiber

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