Brief aus Rio de Janero
Die Stadt am Zuckerhut becirct die Sinne – sie tut aber auch weh. Sie birst vor Schönheit. Und aus ihr birst die Armut. Mittendrin versucht es einmal im Jahr eine Tanzplattform namens Panorama, diese ganze Megapole von einem Ende zum anderen zu bespielen, also auch in die Randbezirke zu gehen. Neben gediegeneren Theatern im Stadtzentrum gibt es dort Kulturzentren, die so heilige Namen wie den von São João de Meriti tragen und an der Grenze zu einer der Favelas stehen. Kommt man dort an, sitzen neben einem gerade noch zwei Schulmädchen in Uniform im Saal. Das war’s.
Der Sponsor Petrobras habe sich kurzfristig zurückgezogen, heißt es, es konnten keine Busse für den Transport bereitgestellt werden. Ein Festival hat eben ein Zentrum, die Peripherie scheint dagegen unerreichbar.
Dabei spielt genau dieser Unterschied im brasilianischen Tanz gar keine Rolle. Gerade abseits der Metropolen, auch in den Provinzstädten, ist die wesentlich vitalere Szene zu finden. Wie Marcelo Evelin und sein Kollektiv Núcleo de Criação do Dirceu aus Teresina. Auch bei ihnen passiert, was das Festival Panorama nicht zeigen kann: dass avancierte künstlerische Arbeit und kommunales Engagement sich nicht ...
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Sie waren Haus-Choreografin des Scapino Ballet Rotterdam, leiten ein eigenes Ensemble – was hat Sie bewogen, jetzt Nachfolgerin von Marco Santi als Leiterin des Tanztheaters am Theater Osnabrück zu werden? Ich habe mich nicht um einen Job bemüht. Aber als mich der Intendant anrief,...
Leipzig. Das Kellertheater in den Katakomben des riesigen Opernhauses. Zu DDR-Zeiten war es der Partykeller der Künstler, sagt Friedrich U. Minkus, Impresario der Choreografin Heike Hennig. Zusammen mit dem Dramaturgen Jochen Kiefer gehören die drei derzeit zu den erfolgreichsten Tanzunternehmern in Sachsen. Hennig wurde überregional bekannt, als sie ehemaligen...
Barak Marshall
«Monger»
Das Geräusch von Wassertropfen bohrt sich in die Stille. Wir sehen hinein in ein dunkles Untergeschoss. Zehn Menschen hocken in schwarzen Mänteln ängstlich aufeinander. Wenn das Licht angeht, sind sie verstört wie aufgeschreckte Ratten. Ein eher dürftiger Anfang, der ans typische Tanztheater der 1980er erinnert. Aber dann geht’s los. Es gibt...
