Brian McMaster

Brian McMaster will eine neue Kulturpolitk für Europa

Tanz - Logo

Brian McMaster leitete das Edinburgh International Festival. Seinem britischen Kultur- und heutigen Arbeitsminister James Prunell schrieb er ein Papier mit der Überschrift: «Supporting Excellence in the Arts». Es besagt: «Schluss mit ausverkauften Sitzreihen!» und Schluss mit der Sozialarbeit der Künstler! Die auch im übrigen Europa gängige Praxis heißt bislang: auf Biegen und Brechen die Theater und Museen mit Masse zu füllen.

Und wenn die Masse nicht freiwillig kommt, gehören Work­shops dazu, die das Publikum pädagogisch einweihen und begleiten, egal woher es kommt: Je niedriger der soziale Stand, desto besser. Kaum ist dieses aus England stammende Verfahren des «Community Work» in Deutschland angekommen, ruft Brian McMaster: «Schluss damit! Wir wollen wieder Qualität sehen!» Er ruft das in einem Moment, da alle Hauptstädte ihre Kulturschaffenden als größte Wachstumsbranche bezeichnen, so lange sie in einem Exzellenzwettbewerb stehen; darum nennt Britannien selbst die Bildung eine «industry». Das sei, sagt Brian McMaster, die Anwendung der Massenindustrie auf die Massenkultur. Der Mann sagt: nichts Neues. Aber er sagt: Immer nur «Nuss­knacker», damit 100 Prozent Auslastung ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2008
Rubrik: Celebrities, Seite 22
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
et boum

Im Jahr 1961 fragte Maurice Béjart den Pianisten Fernand Schirren, ob er als Perkussionist bei seinem Ballett «Les quatre fils Aymon» mitarbeiten wolle. Schirren verdiente damals seinen Lebensunterhalt als Pianist hauptsächlich mit der Begleitung von Stummfilmen im Filmmuseum Brüssel und mit Auftritten bei live gesendeten Fernsehprogrammen. Nicht ohne Ironie...

Jo Strømgren: «Coppélia»

Der Brite David Levy prognostiziert in seinem neuen Buch «Love & Sex with Robots», dass wir uns im Jahr 2050 in Roboter verlieben und sie sogar heiraten werden. Nicht lange her, sagt er, da galten Roboter à la Coppélia als Bedrohung. Aber sie bauen längst nicht mehr nur Autos, sie saugen unsere Teppiche. «In japanischen Altenheimen», sagt er, «streicheln Roboter...

Was denkt Christoph Winkler

Um eins gleich vorwegzunehmen: Pop ist groß, ist krass und macht Gänsehaut. Immer noch, müsste man fast hinzufügen, denn zwischendurch war ich mir da nicht mehr so sicher. Das lag eigentlich nie an den Akteuren, sondern an der Abgeklärtheit, die sich nach zwei Jahrzehnten Pop wohl zwangsläufig einstellt. Davon, in meinem Fall, fünf Jahre als DJ, Partyorganisator...