bremen: emanuel gat «the revised and updated bremen structures»

Tanz - Logo

«Tanz ist sich selbst genug», formuliert Emanuel Gat im Programmheft. Programmatisch klingt auch der Titel des neuen Stücks: «The revised and updated Bremen structures», der zu einer von ihm selbst komponierten Klangcollage das überarbeitete Bremer Bewegungsmaterial auf einen neuen Stand bringen soll. Dazu gehört auch «Trotz», ein Stück, geschickt entlang der Musik und den Worten der Bach-Motette «Jesu meine Freude» choreografiert, das vom Tanztheater Bremen vor drei Jahren uraufgeführt wurde und das Gat in Details überarbeitet hat.



Dominant erhalten bleibt in «Trotz» die charakteristische Autonomie der Bewegungsformen gegen-über der Musik. Der israelische Choreograf vermeidet das Vertanzen und eine direkte Illustration des Texts, lässt sich vom Kompositionsaufbau aber immerhin leiten. Die Deutung überlässt er dem Zuschauer: ein sich in nahezu gleichbleibend trübem Licht entwickelndes Wechselspiel der Gruppe, uniform gekleidet in graue Pullover und Faltenröcke. Gerade durch diese Sparsamkeit erzeugt er eine suggestive Wirkung und die Konzentration auf Persönlichkeit und unterschiedliche Qualitäten der Tänzer.

Sie agieren isoliert oder synchron, fächern die Gruppe auf, sitzen oder ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2011
Rubrik: kalender, Seite 36
von Klaus Witzeling

Weitere Beiträge
bepreist: ann van den broek...

...hat soeben den «Mouson Award» erhalten. Die alle zwei Jahre verliehene Auszeichnung über 15.000 Euro hatte die Choreografin schon vor der Verleihung für ihr neues Stück «Q61» aufgebraucht, auch wenn es am Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm nicht als Uraufführung gezeigt wurde, wie es die Preisstatuten fordern. Ann Van den Broek, die davor mit ihren Stücken «We...

tanzarchiv: s.o.s. aus leipzig

Eine paradoxe Situation: Während die Kulturstiftung des Bundes einen Tanz­erbe-Fonds auflegt, droht dem Tanzarchiv Leipzig in seiner jetzigen Form das Aus. Wer Geld aus dem neuen Stiftungstopf erhält, um damit ein Projekt zu Rudolf von Laban zu verwirklichen, der wird in Zukunft vielleicht ein Rechercheproblem haben. Denn Labans im Leipziger Tanzarchiv lagernder...

berlin: christoph winkler...

...ist Berliner Urgestein, 44 Jahre alt, von Martin Puttke an der Staatlichen Ballettschule Berlin zum Tänzer ausgebildet. Bekannt wurde er vor zwölf Jahren als Choreograf, der wirklich seriöse Fragen an den Tanz stellte. Warum hat kein Kunstchoreograf das Krumping erfunden? Warum glauben wir an «lebenslanges Lernen», die ständige Weiterbildung trotz des prekären...