berlin: christoph winkler...
...ist Berliner Urgestein, 44 Jahre alt, von Martin Puttke an der Staatlichen Ballettschule Berlin zum Tänzer ausgebildet. Bekannt wurde er vor zwölf Jahren als Choreograf, der wirklich seriöse Fragen an den Tanz stellte. Warum hat kein Kunstchoreograf das Krumping erfunden? Warum glauben wir an «lebenslanges Lernen», die ständige Weiterbildung trotz des prekären Arbeitsmarkts für Tänzer (in «Taking Steps»)? Und umgekehrt: Weshalb verzichten wir auf allzu genaues Wissen? («Eine Geschichte»).
Diese beiden Stücke sind gemeinsam mit einer Premiere zu sehen, «Böse Körper», ein Stück, das noch eine gute Frage stellt: Warum ist im Tanz die Darstellung der «Bösen» eine so viel undankbarere Rolle als im Schauspiel? Winklers Fragen sind klug und glänzen, weil sie ihre Antworten mitten im Tanz finden und nicht in den Diskursen über ihn. Die Werkschau in den Sophiensaelen findet zwischen dem 7. und 15. April statt, die Premiere «Böse Körper» am 7. April.
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Tanz April 2011
Rubrik: kalender highlights, Seite 34
von
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