Boris Charmatz

auf seinen Weltreisen?

Tanz - Logo

Man mag es kaum glauben. Das Dictionnaire de la danse von Larousse (1999) verzeichnet keinen Eintrag zu Boris Charmatz. Gäbe man es heute heraus, müsste er eine Seite füllen. Seine Kompanie, die Association Edna, hat sich gerade in zwei Abteilungen gespalten, eine für den Tourneebetrieb, eine  für künstlerische Recherche und Pädagogik. Nur so kann sie ihr Pensum noch bewältigen.

Boris Charmatz kommt gerade von einer längeren Brasilientournee zurück, da geht es atemlos weiter. «Wir haben schon immer mehrere Stücke gleichzeitig getourt», sagt die freundliche Dame bei Edna.

Aber nun sind es gleich sechs. Es können auch nur mehr werden, denn Charmatz konserviert in seinem Körper die Tanzgeschichte sozusagen akkumulativ. Das heißt auch: Je älter eins seiner Stücke ist, umso lieber tanzt er es, fühlt sich freier gegenüber den Gesten, die er einst erfand. Die Distanz ist sein Metier. Das Alter ist ihm Reife, als wäre sein Tanzen edler Bordeauxwein, der mit den Jahren immer wertvoller wird.

Die Tanzwelt rief den jungen Aufrührer zum Philosophen des Tanzes bereits aus, als er eben erst seiner Tanzausbildung an der Pariser Opéra den Rücken kehrte. In dieser Saison wechselt er zwischen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2007
Rubrik: Was macht..., Seite 80
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Johannes Wieland: «Tanzabend I»

Er tanzte als Halbsolist an der Berliner Staatsoper und als Solist bei Maurice Béjart, wurde mit dem John-Neumeier-Stipendium gefördert, studierte an dessen Schule, absolvierte eine Choreografenausbildung in New York, wo er auch eine eigene Gruppe gründete. Technisch steht er also sicher auf zwei Beinen, um in seiner zweiten Spielzeit als Tanzdirektor in Kassel...

Heike Lehmke

Heike Lehmke ist «tanzperformance köln». Ihr Projekt steht vor dem Aus. Schon der Titel der jüngsten Aktion machte hellhörig: eine «Fin(is)age» im September. «So wie die Stadt sich verhält, hat es keinen Sinn mehr», konstatiert Heike Lehmke. «So» heißt: Fast zwanzig Jahre lang konzipierte und organisierte Tanzperformance Köln, 1989 von Madeline Ritter gegründet,...

Kinder, gebt nichts auf Glamour

«Unfassbar provinziell» seien Jürgen Roses Bühnenbilder, «fadenscheinig und verschlissen» wie nach mehreren Saisons und Tourneen sähen sie aus; an Egon Madsen sei sein blendendes Aussehen das Beste, Ray Barra wirke wie ein «etwas heruntergekommener Don Giovanni». Márcia Haydée machte den Kritiker nicht glücklich, allenfalls Anita Cardus gebe eine «legitime...