Bonbon
Die meisten deutschen Tanzdirektoren sind froh, wenn sie zwei, drei Uraufführungen pro Spielzeit in Auftrag geben können – Eric Gauthier packt mal eben zehn in einen Abend, und dabei sind durchaus einige Hochkaräter der choreografischen Zunft am Start.
Zum 40-jährigen Jubiläum des Stuttgarter Theaterhauses, dessen Tanzsparte einst Ismael Ivo begründet hatte und wo – diese Stadt kann einfach nie genug Tanz kriegen – die zwei Gauthier-Compagnien inzwischen zu den wichtigsten Kassenschlagern geworden sind, zündete der Kanadier im April 2025 mit «The FireWorks Project» einen seiner Konzeptabende, der jetzt wieder aufgenommen wird. Das verbindende Thema ist in diesem Fall Musik von Künstlern, die seit der Gründung im Theaterhaus aufgetreten sind. Die Choreografen wählten Werke von Philip Glass bis Mercedes Sosa, von Laurie Anderson bis zu legendären Jazz-Größen.
Wo Ballett andernorts als 50-jährige Heiligenverehrung zelebriert wird, da findet Gauthier immer wieder Künstler, die gerne mal ein Augenzwinkern einwerfen: Barak Marshall etwa (tanz 1/25), der inzwischen dritte von vier Hauschoreografen, liebt den absurden, trockenen Humor. Zu lauten Balkan-Beats schuf er mit «The Gathering» ...
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Tanz Januar 2026
Rubrik: Produktionen, Seite 6
von Angela Reinhardt
Ma Bayadère
Die Klassiker-Versionen, die Jean-Christophe Maillot mit seinen Ballets de Monte-Carlo auf die Beine stellt, sind immer klug gebaut und bildschön anzuschauen. Wie er es nun mit einem der umstrittensten Erbstücke hält – wir berichten
Guillaume Diop
Zur Eröffnung der Olympischen Spiele 2024 tanzte er über den Dächern von Paris, wie es einem Danseur étoile...
Ihr Beruf?
Künstler. Choreograf – Ballettdirektor – ehemaliger Tänzer.
Ihr Temperament?
Energiegeladen, stur und eine Mischung aus melancholisch und leidenschaftlich.
Was ist das Schönste, das Sie je über sich gehört haben?
Dass ich ein guter Mensch sei.
Und das Ärgerlichste?
Dass ich etwas falsch gemacht habe.
Etwas, das Sie noch nie über sich verraten haben?
...
Sie könnte eine Schwester der Gebrüder Grimm sein. Bridget Breiners Lust am Fabulieren ist in jeder Szene ihrer «Dornröschen»-Neufassung zu spüren. Eine zeitgemäße, märchenhafte Parodie hat die Chefchoreografin für ihr Ballett am Rhein kreiert. So darf der Prinz das schöne Kind nicht wachküssen – es wäre ein Übergriff.
Zu Beginn sitzt ein Junge im Schneidersitz vor...
