Bochum: Sharon Eyal «Chapter 3»

Tanz - Logo

Sie gilt als Expertin der Verfinsterung, spezialisiert auf körperklaustrophobische Szenarien und Techno-Hospitalismen, die dem Publikum entweder den Atem abschnüren oder ein rauschhaftes Erlebnis bescheren – wobei beides durchaus auch zusammenfallen kann. Sharon Eyal zählt zur Garde der «Muss-man-gesehen-haben»-Choreografen, und das bewahrheitet sich einmal mehr mit  ihrem jüngsten Wurf, uraufgeführt zum Abschluss der diesjährigen «Ruhrtriennale» in der Bochumer Jahrhunderthalle.

«Chapter 3 – The Brutal Journey of the Heart», wie gewohnt im Schulterschluss mit dem Co-Kreateur Gai Behar und dem Musikmaschinisten Ori Lichtik ausbaldowert, ist das letzte Kapitel einer Liebes-Trilogie – und verblüffend heiter gestimmt. Jedenfalls im Vergleich zu den beiden Vorläufern «OCD Love» und «Chapter 2» und den düsterkultigen Inszenierungen, mit denen die israelische Tanzmacherin sich und ihr L-E-V-Kollektiv zur international gefragten Marke aufgebaut hat.

Für den optischen Schlüsselreiz sorgen zunächst die hinreißenden Outfits, die Diors Chefdesignerin Maria Grazia Chiuri der neunköpfigen Tänzer-Equipe auf die Leiber geschneidert hat – womit die traditionsreiche Mode-Tanz-Liaison (siehe auch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2019
Rubrik: Kritik, Seite 38
von Dorion Weickmann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Berliner Clubleben: Traumabar und Kino

Die Berliner Tanzszene taucht gerne ab, hinunter zu Orten, die der Kulturbetrieb der Stadt sonst nicht im Blick hat: diesmal in die Traumabar. Unweit des Hauptbahnhofs, in einem seelenlosen Neubaugebiet auf dem ehemaligen Grenzstreifen, hat sich ein anonymer Investor einen Traum wahr gemacht: einen Mix aus Club und Kunstbetrieb auf einem Gelände mit alten Garagen....

Reise ins Unbekannte

«Giselle» ist der romantische Klassiker schlechthin: Winzermädchen verliebt sich in Adligen, erkennt seinen Betrug, stirbt des Wahnsinns und spukt fortan durch ein Geisterreich untoter Frauen – bis es schlussendlich den Galan vor der tödlichen Gefahr durch die Zombies bewahrt. So weit in aller Kürze die Handlung des 1841 in Paris uraufgeführten Zweiakters, der...

Von Kindern für Kinder

Für Egon ist die Sache klar. «Ich bin eine Rampensau. Ich möchte in meinem späteren Beruf auf der Bühne stehen. Nicht dahinter.» 

Egon Werler, wie er mit vollem Namen heißt, ist gerade 14 geworden, eher zartgliedrig, schlank, das hellbraune Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden – und im Gespräch alles andere als das, was man sich womöglich unter einer «Rampensau»...