Blut und tote Tiere

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Triggerwarnung: Dieses Heft enthält Darstellungen von teilweiser und vollständiger Nacktheit sowie Beschreibungen von wirtschaftlichen und emotionalen Ausbeutungsverhältnissen.

Triggerwarnungen, kurz TW, werden immer häufiger im Theater und im Tanz gesetzt.

«Stroboskoplicht, Blut, tote Tiere (Ratten)» seien bei Florentina Holzingers «A Divine Comedy» zu erwarten, kündigte das Hamburger Produktionshaus Kampnagel an, das Schauspielhaus Zürich warnte bei Milo Raus «Wilhelm Tell» vor «Gewalt, sexualisierter Gewalt, Racial Profiling und Waffen», das Theater Kiel benennt grundsätzlich jegliche Formen der Gewalt, insbesondere der Diskriminierung. Und, ja, die jeweiligen Stücke behandeln all das. Sie behandeln aber noch viel mehr, und das geht bei Triggerwarnungen unter. Überhaupt: Natürlich geht es auf den Bühnen um Gewalt, Diskriminierung, Sex. Kunst muss dahin gehen, wo es weh tut, Kunst ist eine einzige TW.

Vulgärliberale kritisieren daran, dass hier einem neopuritanischen Moralismus der Weg geebnet werde. Sie denken, dass das Ziel sei, möglichst wenig Anlass zu Triggerwarnungen zu liefern, weswegen die Kunst in Zukunft Trigger zu vermeiden suche – Gewalt, Diskriminierung und Sex ...

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Tanz 1 2023
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Falk Schreiber

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