berlin: gintersdorfer/klassen «desistieren»

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Der Pullover war zu «provokant». Damals, als sie ein kleines Mädchen war, wollte Melissa Logan mit dem bunten Kleidungsstück ihr blasses Aussehen nach einer Blinddarmoperation auffrischen. Einer ihrer Lehrer fand das Strickteil zu auffällig und fuhr sie in der Schulpause zum Umziehen nach Hause. Dieses Erlebnis, erzählt die Sängerin und Performerin von Chicks on Speed im zweiten Teil von «Desistieren», sei ihre erste Begegnung mit der Bedrohlichkeit von Mode gewesen. Eine Wirkungsmacht, die auch ihr Bühnenpartner Jean-Claude Dagbo alias DJ Meko kennt.

Er stimmt zu, als sie sagt: «Fashion ist nicht so richtig Kunst, nein, das ist pure Kunst, das ist superesthetic». Diese Superästhetik taugt für den Austausch über individuelle, oft aber eben nur scheinbar differente Chiffren aus Mode und persönlichem Auftreten. Am Ende bekleben Meko und Logan sich gegenseitig mit einem rosa Leopardenfellmuster aus Papier.

Was genau die Darsteller in den ersten drei Teilen von «Desistieren» im Wortsinn des Titels verwerfen oder worauf sie verzichten, bleibt im Ungefähren. Das Regie-Duo Gintersdorfer/Klaßen gründet die ganze Versuchsreihe stattdessen auf den Wunschpartnerschaften der Beteiligten.

Im ...

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Tanz Juni 2012
Rubrik: kalender, Seite 40
von Franziska Buhre

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