baden on tour
Die Sache mit der choreografischen Ambition nahm Eric Gauthier mit seiner Truppe schon immer etwas lockerer, Hauptsache ein Abend macht Spaß. Mit der liegenden Acht, dem mathematischen Zeichen für Unendlichkeit, hat der Kanadier nun die perfekte Mischung aus modernem Tanz und guter Show gefunden; kein Wunder, dass der Programmtitel «Infinity» wie das neue Album einer Rockband klingt.
Man muss von Herzen bewundern, mit welchem Geschick Gauthier seine Stücke gesammelt hat: flotte Hingucker wie aus den USA importiert, Exzentrisches aus dem Norden, ein Preisträger vom Choreografie-Wettbewerb in Hannover und eine dunkle Tanztheater-Vision.
Unter den vier Uraufführungen ist das rasante Cheerleader-Vexierspiel von Janice Garrett und Charles Moulton so rasch vergessen wie der etwas zu lang geratene Bob-Fosse-Verschnitt von Cayetano Soto, der Jockeyhüte zu Schuluniformen kombiniert. Statt nach Effekten sucht Johan Ingers Duo «Now and now» nach der Unendlichkeit der Liebe: Unter der verrauchten Lampe des Neorealismus reißen sich Anna Süheyla Harms und Florian Lochner im sinnlichen Hintereinanderher-Hechten die Kleider vom Leib, um sich später ratlos im Gewand des anderen wiederzufinden. Sie ...
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Tanz November 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 48
von Angela Reinhardt
Ende 2015 läuft eine Frist ab, die relevant ist für alle Mitglieder von Tanz-
ensembles, die nicht selbst auf der Bühne stehen, also Ballettmeister, Pädagogen und Choreografen. Sie können von der Bayerischen Versorgungskammer (VddB) gemäß der alten Regelung statt einer späteren Alters-Zusatzrente eine einmalige Abfindung erhalten. Voraussetzung dafür ist, dass die...
Die nette Mette. Sie verdreht einem alles, den Kopf und das Ballett. «Die sieben Todsünden» von George Balanchine, Bertolt Brecht und Kurt Weill geraten bei ihr exakt zum Gegenteil: «7 Pleasures» heißt ihr neues Werk. Aus der biblischen Droh-Erziehung des Menschen gebiert sie die Lust an der Freiheit. Ihre Tänzer sind zwölf splitternackte Apostel, die neunzig...
In jedem größeren Ort mindestens eine kunsthistorisch bedeutsame Kirche, in jeder halbwegs traditionsbewussten Stadt ein eminentes Museum, und oft genug selbst in der kleinsten Kapelle am Wegesrand noch ein Fresko, das man gesehen haben muss: Italien ist ein Land der Kultur, eine Kulturmarke. Und trägt schwer daran. Seit über zwei Jahrzehnten ist klar, dass der...
