bad frankenhausen: jutta ebnother «panoramatanz»
Einer Fata Morgana gleich ragt der zylindrische Turm auf dem Bergkamm des Kyffhäusers über Bad Frankenhausen empor. Gigantisch ist der Blick vom Plateau, grandios, was das Innere des Riesenrundbaus birgt. 1976 erteilte das Kulturministerium der DDR den Auftrag, der erste Pinselstrich erfolgte 1983, die Fertigstellung 1987, die Museumseröffnung 1989, kurz vor der Wende.
Was Werner Tübke & Team in strapaziöser Arbeit geschaffen haben, ist so monumental wie die Fresken Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle, so übervoll wie
Hieronymus Boschs altarfüllendes Triptychon «Der Garten der Lüste». Geplant als Reminiszenz an den Deutschen Bauernkrieg, der mit der Schlacht nahe Bad Frankenhausen und der Enthauptung Thomas Müntzers 1525 ein Ende fand, entstand nach Tübkes Konzept das 14 Meter hohe, 123 Meter lange und auf mehrere Jahrhunderte Haltbarkeit konservierte Ölbild «Frühbürgerliche Revolution in Deutschland». Fast zweieinhalb Millionen Besucher zählte das Panorama Museum bisher.
Seit Tübkes Tod 2004 öffnet sich der Saal auch für Aufführungen. Das nutzen Jutta Ebnother und das Ballett Nordhausen. Ihr «PanoramaTanz» findet auf schwarzem Podest in der Raummitte statt und vermeidet ...
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Tanz August 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 58
von Volkmar Draeger
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