Backlights 6/25

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Ulm
ANNETT GÖHRE «LE SACRE DU PRINTEMPS»
Am Ende wird Alba Pérez González – vom Zufallsgenerator oder einer KI? – per projizierter Namensnennung in den Opfertod geschickt. Jede und jeden des bemerkenswerten Ulmer Ensembles hätte es treffen können. Man reißt der Tänzerin das Gewand vom Körper und beschmiert diesen mit blauer Farbe. Die Bühnenrückwand fährt vor. Steinplatten brechen heraus. Die Mauer zerfällt. Die Geopferte wird an einem Gurt um die Hüften hochgezogen.

In ihrer fundierten Strawinsky-Uraufführung «Le Sacre du printemps» nimmt Ballettdirektorin Annett Göhre das Publikum mit in die Pflicht nachzudenken. Göhres Zugriff zielt auf einen gesellschaftskritischen Ansatz. Der Schubs aus der Komfortzone erfolgt schon im Foyer: «Stimmen Sie ab! Was sind Sie persönlich bereit, für die Allgemeinheit zu opfern?», lautet die Aufforderung. Fünf mögliche Optionen wie beispielsweise «Erfolg/Karriere» stehen zur Wahl. An die Idee des Opferrituals führt ein Prolog zu Musik von Ottorino Respighi heran. Damit wird die Produktion zum Einstünder ergänzt. Die Herausforderung, für das wuchtige Gruppenstück lediglich zehn Akteure zur Verfügung zu haben, meistert Göhre schlüssig – dank eines ...

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Tanz 2025
Rubrik: Kalender, Seite 52
von

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