Ayleen Parolin «Irresistible Revolution»

Freiburg on tour

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Michail Bachtin beschreibt den Karneval als Ventil, als Zeit des geduldeten Tabubruchs, während der Regeln, Hierarchien, Normen kurzzeitig ausgesetzt und durch Gelächter, Groteske und Transgression ersetzt werden. In diesem Sinne ist Ayelen Parolins «Irresistible Revolution» ein Spiel mit Formen des argentinischen Karnevals, freilich ohne sich übertrieben tief in lateinamerikanischen Klischees zu verstricken. Anders gesagt: mehr Techno und Rave, weniger Samba.

Zu Beginn der Deutschlandpremiere beim «Internationalen Sommerfestival» in Hamburg ist von Grenzüberschreitung noch wenig zu sehen. Zögernd betreten die zwölf Tänzer*innen die Bühne im Produktionshaus Kampnagel, unsicher einander an den Händen haltend, sachte wippend, leise summend. Das ist keine Gruppe, das sind Individuen, die einen gemeinsamen Rhythmus zwar suchen aber nur punktuell finden. Das Kollektiv entsteht nicht durch Bewegungsfolgen, sondern indem die Protagonist*innen beginnen, ihre Individualität anzuerkennen, in der fröhlichen Hingabe ans Chaos, das Möglichkeiten zur expressiven Bewegung schafft.

Aus der anfänglichen Zurückhaltung wird bald Raumgreifendes, Aggressives, Wildes, aber immer in der eigenen ...

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Tanz Oktober 2026
Rubrik: Kalender, Seite 42
von Falk Schreiber

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