Foto: Festspielhaus St. Pölten

Avignon: Lemi Ponifasio «Standing in Time»

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Ein Begräbnisritual wie eine griechische Tragödie. In «Standing in Time», uraufgeführt am Festspielhaus St. Pölten, gibt es Protagonisten, einen Chor, Götter und Polyphonien samoanischen Ursprungs. «We have to bury our dead properly», mahnt Lemi Ponifasio. Nach samoanischer Tradition gehören sie weiter zu unserer Welt.

«Standing in Time» gibt Anhaltspunkte, wie wir unsere Toten besser pflegen, und niemand verkörpert dieses Prinzip besser als Hine Nui Te Po, die Große Göttin der Nacht, die sich der Legende zufolge unter die samoanische Erde verzog, um den Sterbenden beizustehen. Dabei wurde sie selbst missbraucht und getäuscht. Aber Ponifasio zeichnet nicht die Kosmogonie nach. «Wenn du etwas verstehen willst, musst du in die Schule gehen und nicht in eine Aufführung», lässt er wissen. Und überhaupt: «Was ist Theater, was ist Tanz? Ich weiß es nicht.»

Doch er weiß, warum wir in eine Aufführung gehen: «Um etwas zu imaginieren, nicht um etwas zu lernen. Ich will eine Zeremonie schaffen, um über Gewalt und Schönheit die Welt zu verstehen.» Dementsprechend sind die Darstellerinnen seines Ensembles MAU Wahine (tanz 6/17) nicht unbedingt Tänzerinnen. «Ich arbeite mit Menschen aus der ...

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Tanz Juli 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 46
von Thomas Hahn

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