Autobiography
Was wissen wir eigentlich über Prof. Dr. h.c. Wayne McGregor, außer, dass es sich um eine choreografische Eminenz des britischen Gegenwartstanzes handelt? Geboren 1970 in Stockport, hat McGregor den Tanz beim country dance mit der Schulklasse und wenig später auf der Kinoleinwand entdeckt, als John Travolta dort den «Saturday Night Fever»-Zampano gab. Der junge Mann studiert Choreografie und Literatur am Bretton Hall College, er verfeinert seine Kenntnisse in New York und erregt gleich mit den ersten Arbeiten Aufmerksamkeit.
1992 gründet er eine eigene Truppe, von da an ist er auf dem Weg in die Champions League der internationalen Tanzmacher. Endgültig landet er dort 2006, mit der Berufung zum Hauschoreografen des Royal Ballet London – eine Position, die vor ihm nur klassische Puristen innehatten. Der eigenwillige McGregor aber fährt nicht nur zweigleisig, indem er parallel die eigene Company weiterführt. Vielmehr experimentiert er aus tiefster Überzeugung (und lustvollem Spieltrieb) auf wie hinter der Bühne. Ellenlang ist die Liste namhafter Kollaborateure aus anderen Kunstgewerken, neugierig streckt McGregor immer wieder die Fühler Richtung Wissenschaft aus, um von Robotik, ...
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Tanz April 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Dorion Weickmann
David Bintley
Seit 24 Jahren leitet er das Birmingham Royal Ballet wie eine «Tänzer-Familie», der er so vertraut, wie weiland John Cranko der Kompanie des Stuttgarter Balletts. Die Ankündigung, dass er diese Familie 2019 verlassen wird, hat viele überrascht. Nach einem Vierteljahrhundert an der Spitze verlässt David Bintley den Posten, auch wenn er als...
Der britische Meister des indischen Kathak schießt wie ein Torpedo hinein in den getrommelten Frieden, kommandiert von rhythmusgebenden Bols und dem Gesang von Aditya Prakash, der seine Stimme schenkelklopfend und mit herrlichen Armschwüngen stützt. Das ist Kathak, das ist Indien, so weit entfernt wie der Krieg. Akram Khan fegt über die Bühne mit gespreizten...
«Moving Architecture» nennt Daniel Arsham seine Raumskulpturen, die er kürzlich in Moskau gezeigt hat. Genüsslich kreiert er Paradoxien und plastische Verzerrungen. Futuristisch und entkörperlicht sind diese tanzenden Raumgebilde, gefroren in der Bewegung – in dem flüchtigen Moment, wo sich Architektur und Performance treffen.
Was fehlt, sind Farben. Die fluide...