Ausstellungen 10/19

Tanz - Logo

Let‘s dance

In deutschen Ohren klingelt es bei diesem Ausstellungstitel, weil er die Hirn-synapsen sofort auf RTLs Promitanz-Show verschaltet. Aber hier handelt es sich um eine seriöse Schau im Gemeindemuseum (ab Herbst: «Kunstmuseum») von Den Haag, das sich dem Thema Mode und Tanz aus allen erdenklichen Richtungen nähert (wie es übrigens gerade auch das tanz-Jahrbuch 2019 unter dem-Rubrum «Fetisch» unternimmt). Natürlich geht es um die wechselseitige Inspiration und Durchdringung beider Sphären, um Tänzer als Models und Modeschöpfer als Kostümbildner.

Aber der Zeitraum, den die Präsentationsmacher abbilden, reicht tatsächlich vom Sonnenkönig über die Ballets russes bis in die Gegenwart. Zu guter Letzt werden sich die Besucher auf einem echten Catwalk wiederfinden, wo sie Voguing, Jitterbug oder Jive erlernen können. Wer schlau ist, bucht Den Haag im Oktober gleich doppelt: «Kunstkamer» beim NDT (siehe S. 44) und «Let’s Dance», Laufzeit bis 12. Januar; www.gemeentemuseum.nl  
Kostüme von David Laport für Het Nationale Ballet, «Young Patrons Gala 2018»

Den Haag, Gemeentemuseum, www.gemeentemuseum.nl 
«Let’s Dance!», Fashion in dance, from tutus to sneakers. Bis zum 12. Jan.

Düsseld ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2019
Rubrik: Kalender, Seite 56
von

Weitere Beiträge
Paris: Jérôme Bel «Isadora Duncan»

Ihre Autobiografie erschien posthum. Schonungslos beschrieb sie darin die Folgen eines traumatischen Ereignisses: «Auch wenn man zu leben scheint, so gibt es doch eine Trauer, die tötet. Man kann seinen Körper zwar noch … über die Erde schleppen, aber die Lebensgeister sind erloschen – für immer.» 1913 ertranken Isadora Duncans Kinder in der Seine. Jahre später...

Nachlese Tanzkongress 2019

Alles sollte anders werden bei Meg Stuarts Tanzkongress im Juni 2019: die Teilnehmenden, der Tanz, die Gesellschaft. «To be changed» war eines der zentralen Schlagworte, die Bildung einer  «intentional community» ein anderes. Auf dem Gelände des Festspielhauses Hellerau – einst Schauplatz für Lebensreformbewegung und Anfänge des modernen Tanzes – standen weder...

Altehrwürdig

Man vergisst allzu gern, dass die lebendige Tanzszene Großbritanniens noch relativ jung ist. Auch wenn das Romantische Ballett ab den 1840er-Jahren in London eine Blütezeit erlebte – vor allem durch die Ballette Jules Perrots (einschließlich des berühmten, für die Starballerinen seiner Zeit geschaffenen «Pas de quatre») – hielt diese Hoch-Zeit nicht einmal zwei...