Auf Wiedersehen, NDT III
Nach 15 Jahren ist Schluss. Bei der Abschiedsvorstellung des Nederlands Dans Theater III in Wien zur Eröffnung des Sommerfestivals ImpulsTanz fehlte Jirí Kylián, der diese Kompanie für Tänzer über 40 ins Leben gerufen hatte. Von so manchem Zuschauer wurde es ihm übel angekreidet, dass er es vorgezogen hatte, in Dresden bei seinen Schlussproben zu bleiben. Geweint wurde in der Pause, am Schluss dann aber doch gelacht. Die Zuschauer feierten eine Hand voll Tänzer, deren jüngster ein Endvierziger, David Krügel, und der älteste, Gérard Lemaitre, siebzig Jahre alt ist.
Sie bejubelten, was diese Tänzer, deren eigentliche Bühnenkarriere beendet war, ihren jüngeren Kollegen voraus haben: Reife, Erfahrung, Souveränität, eine mannigfaltige Klaviatur des Ausdrucks. Tanzen, so lernte man von ihnen, ist nicht allein die Angelegenheit einer hochtrainierten Physis, sondern eine geistige Verfassung.
Kyliáns Ehefrau über viele Jahre, Sabine Kupferberg, Gründungsmitglied des NDT III, neben Niklas Ek, Alida Chase und Gérard Lemaitre, wehrte Fragen ab mit den Worten: «Zu viele Emotionen.» In ihrem Gesicht las man unterdrückte Wut. Egon Madsen, künstlerischer Leiter von NDT III, sagte mit der Logik des ...
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