Auf Grund gelaufen
Soviel steht auch nach der Uraufführung seines neuen Stücks fest: Elio Gervasi ist und bleibt der beste Choreograf Österreichs unter jenen, die gegenwärtig den modernen Tanz ausloten. Das ist angesichts der schwachen heimischen Konkurrenz in diesem Sektor noch kein Kunststück. Aber der gebürtige Italiener hatte es vor vier Jahren, knapp vor seinem 50. Geburtstag, noch geschafft, ein neues künstlerisches Instrumentarium zu entwickeln.
Seine Arbeiten sprengten das konventionelle Stücke-Format, Gervasi relativierte seine Rolle als künstlerische Autorität und übergab seinen Tänzern ein Gutteil der Verantwortung für das Zustandekommen einer Choreografie. Er generierte aus seiner prozesshaften Arbeitsweise eine Zeit lang erstaunliche Aufführungen, für die er 2003 den österreichischen Tanzproduktionspreis erhielt.
Sein neues Stück, «Bell Bottoms», im Tanzquartier Wien uraufgeführt, bestätigt, was sich schon Ende 2003 mit Gervasis Teilnahme an einem gemischten Tanzabend an der Wiener Volksoper angekündigt hatte: Der Choreograf begann sich damals wieder dem konventionellen Stückformat zuzuwenden. Bei «Bell Bottoms» schlagen die Folgen dieser Rückwärtswendung nun gnadenlos durch. Das Stück ...
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