Audition
Goyo Montero, gerade läuft eine Audition am Staatsballett Nürnberg. Wie viele Tänzer haben sich beworben? Knapp 300 haben uns geschrieben, 100 habe ich eingeladen. Das bedeutet, wir haben für zwei Positionen fast 300 Videos gesichtet und die Lebensläufe gelesen, um zu sehen, ob diese Leute für unsere Kompanie funktionieren könnten.
Was machen die 200 Leute falsch, die nicht eingeladen wurden? Sie haben die Ausschreibung nicht richtig gelesen.
Sie sollten ausreichend Erfahrung besitzen und schon zwei Jahre lang in einer Kompanie getanzt haben. Überdies erwartet sie ein Vertrag in einer zeitgenössischen Kompanie. Da nützt es nichts, wenn sie nur klassische Variationen anbieten, auch wenn eine klassische Ausbildung bei uns Voraussetzung ist.
Was genau verrät ein Videoclip? Meist sind es kleine Ausschnitte aus dem Repertoire der Bewerber oder eine Studio-Improvisation. Man ahnt so ihre Beweglichkeit und Persönlichkeit. Das ist besser als früher, als es nur ein Foto und den Lebenslauf gab. Das war ein totales Glücksspiel. Heute schicken Interessierte einen Vimeo- oder YouTube-Link mit Passwort. Aber manchmal täuscht man sich auch hier. Es gibt Leute mit Videos, die wenig überzeugen, ...
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Na also, geht doch! Man braucht nicht viel Fantasie, um sich ähnliche Reaktionen auf die Vergabe des Preises vorzustellen, mit dem die Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg 2017 zum zweiten Mal freie Tanz- und Theaterensembles fördern. Denn obwohl die freie Szene in der Landeshauptstadt seit Jahren um eine eigene Spielstätte und die damit verbundene...
Der berufliche Tanz ist nicht unbedingt der private. Wenn ich nach einer Vorstellung die Möglichkeit zum Tanzen vorfinde, denke ich manchmal: «Danke, hab ja schon.» Als noch die Sonne schien, verspürte ich auf einer Marathonveranstaltung beim Dortmunder Festival «Favoriten» nach zwölf Stunden Dauertanz nur noch einen Wunsch: mit dem Rollstuhl an eine Bar gebracht...
Schwer vorzustellen, dass eine Mary Wigman einst ihrem ersten «Totentanz» ausgerechnet Orchestermusik von Camille Saint-Saëns unterlegt hat. Irgendwie passt das nicht zusammen, wiewohl der französische Komponist seine «Danse macabre» so suggestiv in Töne gesetzt hat, dass dabei nicht nur die Knochen klappern. Im Grunde ist sein Opus 40 ein klassisches...
