Atmende Blätter

Ein für alle Mal fixiert und dennoch dynamisch: Die Graphic Novel «Tanz!» reist quer durch das 20. Jahrhundert und landet bei Pina Bausch.

Tanz - Logo

Die Kids des 21. Jahrhunderts sind vielleicht nicht mehr so scharf auf gedruckte Comics wie einst ihre Eltern. Aber dafür ist das Genre ­erwachsen geworden und hat eine beachtliche Karriere hingelegt – unter neuem Namen. In den vorweihnachtlich dekorierten Buchhandlungen finden sich ganze Tische beladen mit Graphic Novels, die ihre Themen fantasievoll in Wort und Bild verhandeln.

Längst zählt die Kunst zu den attraktivsten Sujets, allein die 2020er-Produktion trumpft mit vielen einschlägigen Neuerscheinungen auf: Jean-Michel «Basquiat», der Meister der Murals, wird ebenso gewürdigt wie «Beethoven», die «Alles ist Dada»-Pionierin Emmy Ball-Hennings oder «The Art of Drag» – von A bis Z, Architektur bis Zen-Malerei ist so ziemlich jede Disziplin vertreten. Also auch der Tanz.

Aber ist das nicht ziemlicher Mumpitz? Schließlich steht die Bewegungskunst für das Gegenteil einer planen und papiernen Exis­tenzform – für Dynamik, Schwung und Energie. Wie können Zeichner dieses Paradox überwinden? Die Antwort lautet: indem sie ganz genau hinschauen und ihre Beobachtung in die eigene Imaginationsschleife hineinflechten. Ein gutes Beispiel dafür ist «Isadora» (tanz 10/20), ein noch besseres ...

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Tanz Dezember 2020
Rubrik: Produktionen, Seite 12
von Dorion Weickmann

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