antonia baehr
Sie hat ebenso viel Witz wie Verstand. In ihren Choreografien, die wie Studien daherkommen, forscht sie nach dem Bewegungsimpuls. Dabei entkleidet sie den Anlass von der Ursache, Partituren dienen ihr zur Systematisierung, aber auch als Reibungsflächen, die einen Widerstand zwischen Performern und ihrem Material spürbar machen. Diese Bewegungspartituren sind nicht eindeutig lesbar, dafür lassen sie die Materialität des Körpers hervortreten.
Und das, eben, auf eine so trockene und humorvolle Weise wie im vielgerühmten und vielgetourten Selbstporträt «Lachen» von 2008, das die Musikalität und Monstrosität des Lachens voll ausspielte – oder vielmehr: auskostete? Auch in ihrer neuen Produktion «For Faces», einer Komposition für vier Gesichter, bieten diese sich, penibel ausgeleuchtet, dem Zuschauer aus nächster Nähe dar in einer Mikrochoreografie der bebenden Nasenflügel, zuckenden Mundwinkel und sachten Wimpernschläge. Unter dem Blick des Zuschauers wird das Gesicht zu einer Landschaft, die er frei durchstreifen kann, ohne nach mimischen Zeichen zu fahnden. Doch bei aller Zuschaugenauigkeit, die Antonia Baehrs Stücke ihrem Publikum abverlangen, geraten sie nie zu spröde, denn der ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 138
von Esther Boldt
Choreograf des Jahres
Sidi Larbi Cherkaoui
Kompanie des Jahres
Stuttgarter Ballett
Tänzerin des Jahres
Brit Rodemund
Performer des Jahres
Jared Gradinger
Aufreger des Jahres
Wim Wenders’ «Pina»-Film
Die Umfrage im Einzelnen:
Esther Boldt
Frankfurt am Main
«Journal Frankfurt»
Aufführung des Jahres
«For Faces» von Antonia Baehr
Choreograf/in des Jahrers
Anna Mendelssohn...
Der Kompaniemanager der DIN A 13 tanzcompany hat ein klitzekleines Anliegen: die Gleichstellung sogenannter behinderter Tänzer mit Nichtbehinderten. Da hat er sich was Delikates ausgesucht. 99 Prozent der Menschen sahen noch nie einen behinderten Tänzer, einen, der mit einem Bein tanzt oder dies ohne Arme tut oder des Stehens nicht mächtig ist, dem also ein paar...
Wer Michael Douglas sehen will, geht ins Kino. Wer das MichaelDouglas Kollektiv sehen will, geht nach Köln. Dort haben sich 2009 die beiden Tänzer Michael Maurissens und Douglas Bateman niedergelassen, um nach dem Aus von Amanda Millers pretty ugly dance köln eine neue Existenz zu gründen. Professionell und pfiffig ist das Ensemble, dem sich auch weitere ehemalige...
