antonia baehr

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Sie hat ebenso viel Witz wie Verstand. In ihren Choreografien, die wie Studien daherkommen, forscht sie nach dem Bewegungsimpuls. Dabei entkleidet sie den Anlass von der Ursache, Partituren dienen ihr zur Sys­tematisierung, aber auch als Reibungsflächen, die einen Widerstand zwischen Performern und ihrem Material spürbar machen. Diese Bewegungspartituren sind nicht eindeutig lesbar, dafür lassen sie die Materialität des Körpers hervortreten.

Und das, eben, auf eine so trockene und humorvolle Weise wie im vielgerühmten und vielgetourten Selbstporträt «Lachen» von 2008, das die Musikalität und Monstrosität des Lachens voll ausspielte – oder vielmehr: auskostete? Auch in ihrer neuen Produktion «For Faces», einer Komposition für vier Gesichter, bieten diese sich, penibel ausgeleuchtet, dem Zuschauer aus nächs­ter Nähe dar in einer Mikrochoreografie der bebenden Nasenflügel, zuckenden Mundwinkel und sachten Wimpernschläge. Unter dem Blick des Zuschauers wird das Gesicht zu einer Landschaft, die er frei durchstreifen kann, ohne nach mimischen Zeichen zu fahnden. Doch bei aller Zuschaugenauigkeit, die Antonia Baehrs Stücke ihrem Publikum abverlangen, geraten sie nie zu spröde, denn der ...

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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 138
von Esther Boldt

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