Angie Hiesl: «... HAAR und HAAR und HAAR und ...»

Düsseldorf: Tanzmesse

Tanz - Logo

Selten beschreibt ein so schlichter Titel so präzis, was zu erleben ist. Zunächst mal: 1,5 Tonnen Haare. Kein Friseur dürfte je so viel geschnittenes Haar gesehen haben.
Angie Hiesl lässt in ihren Performances Vertrautes unvertraut erscheinen. Im Haar hat sie etwas gefunden, zu dem jeder ein emotionales Verhältnis hat. Zu viel oder zu wenig – je nachdem bedeuten Haare Last oder Lust für ihre Träger. Liebe, Krank­heit, Geschenk und Opfer: Auch die Kultur- und Religionsgeschichte lässt sich als haarige Sache erzählen.

In Köln erzählt Angie Hiesl es in einer alten Fabrikantenvilla, in einem verwilderten Garten und in der denkmalgeschützten Fabrikhalle gegenüber.

Das Ambiente der Räume setzt die Grundstimmung des Abends. Melancholisch und märchenhaft im ersten Teil, dem Rundgang durch Villa und Garten. Bitterer und absurder in der ehemaligen Industriehalle. In einem Raum der Villa, der mal Salon mit Terrasse war, steht wadenhoch Wasser auf dunklem Boden, der von goldfarbenen Rosetten bedeckt ist. Darin schwimmt eine aufgeschlitzte, hellgrüne Liege, in der bäuchlings eine Frau steckt. Auf den ersten Blick ein Seerosenteich mit Meerjungfrau. Auf den zweiten ein filigranes Arrangement ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2006
Rubrik: Kalender onstage, Seite 46
von Christina-Maria Purkert

Vergriffen
Weitere Beiträge
Sidi Larbi Cherkaoui, Jean-Christoph Maillot: «Chassé–Croisé»

Übers Kreuz liegen sie nicht. Im Gegenteil. Wenn Sidi Larbi Cherkaoui und Jean-Christophe Maillot ihren Stellungswechsel «Chassé-Croisé – pour deux créations» titulieren, spielen sie lediglich mit zwei Begriffen aus dem Ballettvokabular, die sowohl ihre Gemeinsamkeiten wie ihre Unterschiede signalisieren. Sidi Larbi Cherkaoui entstammt den Ballets C. de la B.,...

Graz

Denken in der Kunst hat keinen guten Ruf. Einerseits. Zu viel konzeptueller Tanz, zu kopfiges Theater, all das in-progress-Zeugs, zu wenig Schönheit, zu wenig Gefühl, zu wenig Fleisch und Blut. Andererseits: Denken in der Kunst steht hoch im Kurs. Kaum ein Theater, das sich nicht ein Lab gönnen würde, eine Akademie, ein educational oder research programme....

Audition

Masa Kolar, a petite woman with a large head of curls, sits on a patio in Prenz­lauer Berg in the sweltering July heat and considers herself lucky. Yesterday she was auditioning for Sasha Waltz’s contemporary dance company, last night she was coming to terms with her rejection, today she is looking forward.
“Some dancers spend their lives going from one audition to...