Andreas Heise « M-O(Z)ART²»
Ralf Dörnen, Intendant und Ballettdirektor am Theater Vorpommern, ist ein Freund offener Worte. Derzeit muss er viel Klartext in die Öffentlichkeit ventilieren, auch wenn ihm das manchen Verdruss beschert. Denn das Haus in Greifswald, eine seiner drei Spielstätten, ist ein Sanierungsfall (tanz 2/23) – und bislang weiß niemand, wie das Interimsquartier aussehen soll. Dörnen sieht die Arbeit vor und hinter den Kulissen in Gefahr, was angesichts der postpandemischen Sparzwänge – vom Ukraine-Krieg zu schweigen – kein Krisengerede ist.
Dabei zeigt sein zwölfköpfiges Ballettensemble gerade einen Abend, der vor Erfinderfreude nur so sprüht: «M-o(z)art²» von Andreas Heise unternimmt im Theater Stralsund eine anderthalbstündige Exkursion durch die Kompositionswelten des Titelgebers. Dabei kommt kein mathematisch kühles Experiment, sondern eine intensive Erkundung mit den Mitteln des Tanzes zustande.
Heise, Mozart-Fan von Kindesbeinen an, unterteilt das zweiteilige Programm in Kapitel von «Das Wunderkind» bis «Der Maßlose». Doch die Etikettierungen sind nicht das Entscheidende – entscheidend sind die Tanzsprachen, die der Choreograf und das Ensemble ungemein fein prononcieren und je nach ...
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Tanz März 2023
Rubrik: Kalender, Seite 40
von Dorion Weickmann
Deutschland
On tour
Die Limón Dance Company aus New York mit der Jubiläumsproduktion «In Time – 75 Year of Limón Dance» (siehe S. 19): Lingen, 2. März; Hameln, 3. März; Iserlohn, 4. März; Arnsberg, 5. März; Ehingen, 7. März; Lörrach, Burghof, 9. März; Villingen, 11. März; Offenburg, 12. März; Fürth, Stadtheater, 14.–18. März; Wolfsburg, Theater der Stadt, 20. März;...
Dunkle Wolken ziehen über Den Haag auf. Donner peitscht die Küste entlang, Schaum tanzt auf den Wellen. Doch als das Orchester die Tanzsuiten von Béla Bartók anstimmt, legt sich der Wind. Das Wetterbild auf der bühnenbreiten Videoleinwand in Den Haags Kulturhaus Amare wechselt von verhangenem Winterhimmel zu schimmernden Meereswellen. Dennoch bleibt es unter Wasser...
Plötzlich ist dieser Film brandaktuell, aber schon raus aus den Kinos. Kein Fernsehsender, kein Festival hat ihn noch im Programm. Ein Fehler. Denn «1001 Nights Apart» liefert eine Art Hintergrund für die desaströse Lage im Iran. Er handelt von der Kunst, die wie keine zweite stigmatisiert, verboten, sanktioniert und mit Strafen bewehrt ist: vom Tanz. 2018 hat die...
