Andonis Foniadakis «Troja»
Schonungsloser Totaleinsatz für das Ballett des Staatstheaters am Münchner Gärtnerplatz: Die Uraufführung von Andonis Foniadakis‘ «Troja» wird zum bedrückenden Antikriegs-Mahnmal. Auf dem Fundament von Euripides’ antiker Tragödie «Die Troerinnen» mutet vieles so archaisch wie martialisch an. Foniadakis erzählt keine lineare Geschichte, sondern beschwört eher Gedankensplitter herauf, die an die dramatische Vorlage nur noch erinnern, ständig wiederholen sich Szenen voller Schmerz, Verzweiflung und Gewalt.
In dieser Iterativität liegt einerseits die Schwäche, andererseits auch Stringenz und Stärke von «Troja»: Sich darauf eineinhalb Stunden einzulassen, mag schwerfallen, haftet dem Stück doch etwas Traumatisierendes an.
Zugleich besticht Foniadakis‘ Ballett ästhetisch. Das Bühnenbild besteht aus nur wenigen klaren Elementen und ist dabei szenisch so imposant wie wandelbar – auch dank einer subtilen Lichtregie. Schlicht und dennoch symbolisch verspielt in ihrer farbigen Detailliertheit sind die Kostüme. Lokalkolorit und zeitgenössischer Anstrich fusionieren in diesem Stück, das musikalisch in eine raumfüllende, akustisch eindrückliche Klanglandschaft eingebettet wurde. Dabei verbindet ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2024
Rubrik: Kalender, Seite 35
von Vesna Mlakar
Bei diesem Titel könnte man auf den ersten Blick an eine liebliche Südseemelodie denken. In Wirklichkeit handelt es sich bei «Fampitaha, fampita, fampitàna» um einen Zungenbrecher, der in Malagasy, der Amtssprache Madagaskars, die Begriffe «Vergleich», «Weitergabe» und «Wettstreit» bezeichnet. Mit ihnen will Soa Ratsifandrihana ihre Erfahrungen zum Ausdruck bringen...
Endlich Ferien! Die letzten Premieren sind gespielt, die letzte Pausenbrezel gegessen, der letzte Anschlusszug verpasst, jetzt kommen ein paar tanzfreie Wochen. Man könnte ein Buch lesen, man könnte am Strand liegen, man könnte ausspannen, nichts tun (verwegener Gedanke). Die Theater sind dicht, es ist aufführungsfreie Zeit.
Die aufführungsfreie Zeit ist natürlich...
WILLIAM FORSYTHE
Der Jahrhundertchoreograf William Forsythe ist mittlerweile ebenso im Tanz wie in Ausstellungshäusern zu Hause. Symptomatisch dafür ist die Tatsache, dass seine Wanderausstellung «Choreographic Objects» immer wieder in Zusammenarbeit von Museen mit Tanzinstitutionen gezeigt wird. Nach Stationen in Montpellier, Paris und São Paulo ist die Schau...
