Andonis Foniadakis «Troja»
Schonungsloser Totaleinsatz für das Ballett des Staatstheaters am Münchner Gärtnerplatz: Die Uraufführung von Andonis Foniadakis‘ «Troja» wird zum bedrückenden Antikriegs-Mahnmal. Auf dem Fundament von Euripides’ antiker Tragödie «Die Troerinnen» mutet vieles so archaisch wie martialisch an. Foniadakis erzählt keine lineare Geschichte, sondern beschwört eher Gedankensplitter herauf, die an die dramatische Vorlage nur noch erinnern, ständig wiederholen sich Szenen voller Schmerz, Verzweiflung und Gewalt.
In dieser Iterativität liegt einerseits die Schwäche, andererseits auch Stringenz und Stärke von «Troja»: Sich darauf eineinhalb Stunden einzulassen, mag schwerfallen, haftet dem Stück doch etwas Traumatisierendes an.
Zugleich besticht Foniadakis‘ Ballett ästhetisch. Das Bühnenbild besteht aus nur wenigen klaren Elementen und ist dabei szenisch so imposant wie wandelbar – auch dank einer subtilen Lichtregie. Schlicht und dennoch symbolisch verspielt in ihrer farbigen Detailliertheit sind die Kostüme. Lokalkolorit und zeitgenössischer Anstrich fusionieren in diesem Stück, das musikalisch in eine raumfüllende, akustisch eindrückliche Klanglandschaft eingebettet wurde. Dabei verbindet ...
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Tanz August/September 2024
Rubrik: Kalender, Seite 35
von Vesna Mlakar
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