verschaukelt

Eine Ausstellung in Karlsruhe ehrt Sasha Waltz als Raumkünstlerin

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Auf einer Sperrholzwand ist der Stammbaum der Familie Waltz verzeichnet. Dort, wo die Namen stehen, öffnen sich mit einem Mal lauter Klappen. Die Hände der Ahnen fahren heraus und langen nach der Tänzerin in der mit Sand gefüllten Strumpfhose. Sie wird ergriffen von der Vergangenheit und auf den Händen der Geschichte getragen. Sie ist, im Jahr 2003, das Opfer der Geschichte in Sasha Waltz‘ choreografischer Installation «Insideout».

Schon immer hat Waltz die Opfer gemocht, seit ihren frühen Raumerkundungen im Jüdischen Museum zu Berlin, zuletzt bei «Le sacre du printemps» in Sankt Petersburg und Paris. Auch die Möbel hat sie stets mittanzen lassen, so schon in ihrem Erstling für die eigene Kompanie, dem vor genau zwanzig Jahren entstandenen Küchendrama «Twenty to eight», das bis heute tourt, einmal mehr in der zehn Jahre alten, zweistöckigen choreografischen Installation «Insideout», die nun wiederzusehen ist: in einer Ausstellung am Zentrum für Medienkunst in Sasha Waltz‘ Heimatstadt Karlsruhe. Hier wuchs die Tochter eines Architekten und einer Kunsthistorikerin auf – in einer Wohnung, die, wie sie mal erzählt hat, alle naslang umgebaut und neu gestaltet wurde. Für das Kind war es ...

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Tanz Oktober 2013
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Arnd Wesemann

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