Amsterdam on tour: Dana Michel «Cutlass Spring»
Am Anfang herrscht Ordnung auf dem Set: neun gleichmäßig im Raum verteilte weiße Plastik-Gartenstühle, ein vorerst bedeckter Transportroller, weißer PVC-Tanzboden, weiße Abdeckplane ... Dann wird das Licht heruntergedimmt, und schwere Schritte werden hörbar, noch bevor Dana Michel die Bühne betritt. «Cutlass Spring» heißt das neue Solo der in Montreal lebenden Künstlerin und Choreografin. Es dreht sich darin alles um Fernweh, um das Abstecken von abstraktem Raum und konkretem Ort, das Navigieren durch die unmittelbare Umgebung.
Dana Michel trägt ein übergroßes, schwarz-rot-kariertes Wollhemd auf nacktem Oberkörper, dazu schwarze Stiefel und weite Shorts, die auf den ersten Blick wie eine Riesenwindel aussehen. Von allen vier Seiten begrenzen drei Sitzreihen die Tanzfläche, auf der die Performerin nun den Transportroller besteigt und mit dem Körper hospitalistisch vor- und zurückschaukelt, den rappelkurz geschorenen Kopf gesenkt und ab und an mit den Lippen schmatzend und schnalzend. Wiederholt lässt sie dabei die Hände in ihre – wie sich herausstellt mit einem Mikrofon ausgestatteten – XL-Hotpants gleiten. Die Schaukelbewegung wirkt beruhigend wie der Selbsttrost eines ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2019
Rubrik: Kritik, Seite 40
von Philipp Szporer
In Foyer und Cafeteria tummeln sich Menschen unterschiedlichen Alters. Ansteckend wirkt die Energie, die sie verströmen. Die Stockholmer Ballettakademie, die 2017 ihr 60-jähriges Bestehen feierte, zeigt keinerlei Alterserscheinungen. Stolz ist man hier auf die Geschichte und den Innovationsgeist der ehrwürdigen Ausbildungsstätte. Seit 2005 ist Jan Åström ihr...
Medusa, einst die schönste der Gorgonen, schließlich verflucht von Athene, muss Schlangen als Haartracht tragen und jeden, den sie erblickt, unwillkürlich in Stein verwandeln. Der Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui bereitet den mythologischen Stoff für ein zeitgenössisches Ballettpublikum auf und untelegt ihn mit (von Olga Wociechowska elektronisch erweiterten)...
Auf dem Cover der tanz-Ausgabe 6/19 ist nicht Nazareth Panadero zu sehen, sondern Cristiana Morganti. Wir bitten um Entschuldigung.
