Ambivalenzen

Queere Kompliz*innen - was soll das sein?

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Die Anfrage für einen Beitrag zu diesem Jahrbuch erreichte mich mit dem Arbeitstitel: «Queer Pride – Tanz als Befreiungsbooster». Sofort entstehen Bilder im Kopf: CSD, Regenbogenflaggen, kollektive Euphorie, utopische Versprechen. Demgegenüber steht queeres Alltagsleben: Diskriminierung, Stigmatisierung und Widersprüche. Wie geht das zusammen? Ich frage in der tanz-Redaktion bei Dorion Weickmann an, was es mit dem Arbeitstitel auf sich hat.

Sie erzählt mir von der gerade gesehenen «Studio 54»-Inszenierung in Salzburg, die in die Zeit vor der AIDS-Epidemie eintaucht, als die Disco-Befreiung von den Fesseln der Konvention, als existenzielle Vielfalt mit Akzent auf Selbstverwirklichung, Eskapismus und Exzess gefeiert wurde. Ich verstehe den Gedanken, aber trotzdem …

Toxische Positivität
Ausgehend von dieser Begriffs-Diskrepanz suche ich das Gespräch mit Kompliz*innen. Telefonisch spreche ich mit Künstlerin Fia/ Sophia Neises, die pointiert festhält: «Wo Pride verlangt wird, ist Scham die Kehrseite.» Auch Dramaturg*in Valerie Wehrens verweist in einer Antwortmail auf die strukturelle Ebene: «Solange queere Ästhetiken auf der Bühne nicht mit antihegemonialen Strukturen in den ...

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Tanz Jahrbuch 2026
Rubrik: Komplizen, Seite 70
von Thusnelda Marín Jungmann

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