Altehrwürdig

... aber alles andere als verkrustet: Im kommenden Jahr feiert die Royal Academy of Dance ihren 100. Geburtstag. Was bleibt und was sich ändert, berichtet aus London Mike Dixon

Man vergisst allzu gern, dass die lebendige Tanzszene Großbritanniens noch relativ jung ist. Auch wenn das Romantische Ballett ab den 1840er-Jahren in London eine Blütezeit erlebte – vor allem durch die Ballette Jules Perrots (einschließlich des berühmten, für die Starballerinen seiner Zeit geschaffenen «Pas de quatre») – hielt diese Hoch-Zeit nicht einmal zwei Jahrzehnte an.

London, womit pars pro toto das Vereinigte Königreich gemeint ist, besaß weder eine staatliche Ballettakademie, noch eine nationale Kompanie, als Serge Diaghilew mit seinen Ballets russes auf den Plan trat und zwischen 1911 und 1929 alljährlich für umfängliche Ballettprogramme sorgte, die die Kunstform neuerlich in den Fokus der Öffentlichkeit rückten. Vor Diaghilew hatte Ballett lediglich in zwei Londoner Music Halls am Leicester Square stattgefunden: im Alhambra und im Empire. Die führende Ballerina jener Zeit war die in Dänemark gebürtige Adeline Genée, in deren Fußstapfen schließlich die erste berühmte, «echt» britische Ballerina treten sollte: Phyllis Bedells.

Gestern

Die Londoner fanden wieder Geschmack am Ballett, und es war eben diese genuine Begeisterung für den klassischen Tanz, die viele von ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2019
Rubrik: Praxis, Seite 68
von Mike Dixon